Zum Hauptinhalt springen

«Schwimmen wird mir nie langweilig»

An ihrer ersten Elite-EM in Eindhoven schwamm Danielle Villars ins Rampenlicht. Die erst 17-jährige Gockhauserin hat aber bereits Olympia 2012 im Visier.

Von René Hauri Danielle Villars ist bei den Grossen angekommen. An der Kurzbahn-EM in Eindhoven bestand sie ihre Feuertaufe als Eliteschwimmerin auf internationaler Bühne – sowohl im als auch neben dem Becken. Denn zusätzlich zu den Wettkämpfen auf der 25-Meter-Bahn in Holland hatte sie die sogenannte Rookie-Prüfung abzulegen. Zum Abschlussfest musste sie mit einer Katzenmaske und Elchhörnern erscheinen. «Zum Glück waren alle verkleidet. So fiel ich nicht auf», sagt Villars lachend. Das Debüt war aber insbesondere aus sportlicher Sicht ein Erlebnis für die erst 17-jährige Gockhauserin. Am Sonntag ging dieses mit einem 19. Rang über 200 Meter Freistil sowie Platz 24 (200 m Rücken) zu Ende. Tags zuvor wurde Villars über 400 Meter Freistil 21. «Ich bin zufrieden mit mir», resümiert sie. Mit Britta Steffen im Becken Die beeindruckendste Leistung gelang ihr allerdings bereits am Donnerstag, dem ersten Wettkampftag (TA vom 26. 11.). Die Uhr stoppte im Vorlauf über 100 Meter Freistil bei 55,18 Sekunden. Als sie auf den Zeitenmonitor blickte, strahlte sie. Villars kam mit der zweitbesten je geschwommenen Schweizer Zeit ins Ziel und verbesserte ihre vor zwei Wochen an der nationalen Meisterschaft in Lausanne aufgestellte Bestmarke um 1,18 Sekunden. «Es ist einfach gelaufen», sagt die Zürcherin und versucht dann, den Exploit zu erklären: «Vielleicht lag es an den neuen Startblöcken. Weil sie hinten eine Platte haben, ist die Gefahr auszurutschen geringer. Ich konnte mehr Risiko nehmen.» Zwar landete sie im anschliessenden Halbfinal auf dem 16. und letzten Platz. Die positiven Eindrücke aber überwiegen: «Einer Spitzenschwimmerin wie Britta Steffen schon nur zuschauen zu dürfen, ist wunderschön. Nun durfte ich gar gegen sie antreten.» Dass sie auf der Kurzbahn derart brillierte, erstaunt Villars selber. Denn das Wenden sei eine ihrer Schwächen. «Aber auch beim Starten, beim Übergang und im Schwimmen allgemein, also überall, kann ich mich verbessern.» Deshalb arbeitet sie mit eiserner Disziplin. Zu gross fürs Kunstturnen Begonnen hat ihre Karriere früh. Mit sechs Jahren trat sie dem SC Meilen bei. «Zu Beginn hat mir das Spielen im Wasser Spass gemacht, später auch das hin- und herschwimmen», sagt Villars. Parallel dazu war sie Kunstturnerin. Mit acht musste sie sich für eine Sportart entscheiden. «Ich wäre in beiden in eine höhere Leistungsstufe gekommen, die Trainings hätten sich dadurch gekreuzt», erklärt sie und sagt: «Ich war etwas zu gross fürs Kunstturnen, daher war der Entscheid nicht so schwierig.» Vor zwei Jahren wechselte Villars vom SC Meilen zu den Limmat Sharks. Seither hat sie ihr Pensum stetig erhöht. Mittlerweile trainiert die 1,78 Meter grosse Athletin bis zu 18 Stunden pro Woche im Wasser, zwei im Kraftraum, und vier wendet sie für Trockenübungen auf. «Schwimmen wird mir nie langweilig. Ein Marathonläufer beschwert sich ja auch nicht, es sei zu monoton. Zudem mache ich im Becken abwechslungsreiche Übungen.» Die Schulzeiten am Sportgymnasium Rämibühl erlauben ihr, sich ausgiebig ihrer grossen Leidenschaft zu widmen. 2012 wird sie die Schule voraussichtlich mit der Matura abschliessen. Doch für jenen Sommer plant sie noch Grösseres. «Ich will an die Olympischen Spiele in London», sagt Villars ohne falsche Bescheidenheit. Macht das Talent ähnliche Fortschritte wie in den vergangenen Jahren, ja gar Wochen, dürften die Limiten für sie durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Freudiger Blick auf den Zeitenmonitor: Danielle Villars landete im Vorlauf über 100 Meter Freistil einen Exploit.Foto: Keystone

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch