Zum Hauptinhalt springen

Schulstreit dreht sich nur noch ums Geld

Die Sekundarschulpflege Unteres Furttal wollte per Gerichtsentscheid erzwingen, dass ein Schüler in ein Internat eingewiesen wird. Heute ist dies zweitrangig.

Die Sekundarschulpflege Unteres Furttal hatte im November 2009 angeordnet, dass ein 14-jähriger Schüler während sechs Stunden pro Woche einzeln in einem Büro im Feuerwehrgebäude Otelfingen zu unterrichten sei. Zudem durfte er den Pausenplatz nicht betreten. Sein Verhalten verunmögliche die geordnete Arbeit der Lehrer und habe einen schlechten Einfluss auf die Mitschüler, schrieb die Sekundarschulpflege den geschiedenen Eltern. Weil einem allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung entzogen wurde, trat der Entscheid sofort in Kraft. Zudem wollte die Schulbehörde den Schüler in ein Internat stecken: Deshalb hat die Schulpflege beim Bezirksrat gegen den Entscheid der Vormundschaftsbehörde Otelfingen rekurriert. Denn diese hatte das Gesuch der Schulbehörde auf Obhutsentzug abgelehnt. Ein solcher wäre notwendig gewesen, damit die Schulpflege den Jungen ohne Einwilligung der Eltern in ein Internat hätte schicken können.(ssi) Von Sarah Sidler Otelfingen – Die Otelfinger Schulbehörde wollte einen Sekschüler ins Internat abschieben (siehe Box). Der Schüler sei schwer verhaltensgestört und benötige sonderpädagogische Massnahmen. Er sei in der Sekundarschule nicht mehr tragbar, so die Schulpflege. «Der Fall ist noch beim Bezirksrat hängig», sagt sein Vater. Er hatte sich gegen die Einweisung gewehrt. Der Entscheid stehe noch aus, weil zwischen der Schulpflege Sekundarschule Unteres Furttal und seiner Anwältin Verhandlungen stattfinden. Etwas anders tönt dies bei der Schulpflege: «Das Verfahren wurde vom Bezirksrat sistiert, weil die Vergleichsverhandlungen noch nicht abgeschlossen sind», sagt Jeannette Ambrosone von der Sekundarschulpflege. Man versuche nun, gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Verhandlungen drehen sich laut beider Parteien nicht mehr um die Einweisung in ein Internat, sondern um die Frage, wie viel die Otelfinger Schulbehörde an die Privatschule bezahlen muss. Währenddem sich der Anwalt der Sekundarschule auf ein laufendes Verfahren bezieht, sagt der Vater: «Die Otelfinger Schulbehörde zeigte sich in den letzten Gesprächen bereit, die Kosten der Privatschule des vergangenen halben Schuljahres zu übernehmen.» Diese beliefen sich auf rund 15 000 Franken. Für das nächste Jahr schlage die Behörde nun aber vor, den Jungen in die benachbarte Oberstufenschulgemeinde Regensdorf/Buchs/Dällikon zu schicken. Dies würde die Otelfinger Schulgemeinde 12 000 Franken kosten. Geld, das sie ihm auch an die Privatschule bezahlen würden, so der Vater. Kampf um Schulkosten Dieser Betrag ist ihm jedoch zu klein: «Bis vor kurzem war noch von einer Internatslösung die Rede. Und diese würde jährliche Kosten in der Höhe von rund 100 000 Franken verursachen.» Kosten, die gemäss eines Schreibens der Oberstufenschulpflege zur einen Hälfte von der Schulgemeinde und zur anderen Hälfte von der Politischen Gemeinde Otelfingen übernommen werden sollten. «Und jetzt will die Schulbehörde nicht einmal mehr die Kosten des aktuellen Schuljahres der Privatschule in der Höhe von rund 30 000 Franken bezahlen.» Sorgen, dass sein Sohn doch noch in ein Internat gehen muss, macht er sich keine. Der Junge sei jetzt am rechten Ort. Zudem habe er mehrere Schnupperlehren absolviert und sogar eine vierjährige Lehrstelle als Automechatroniker gefunden. Zum Rücktritt gezwungen Den Versuch der erzwungenen Einweisung in ein Internat durch einen Obhutsentzug schliesst der Vater auf die Böswilligkeit der ehemaligen Schulpflegepräsidentin zurück. Sie ist im vergangenen Mai mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt zurückgetreten. Schulleiter Peter Füeg hatte ihr damals ein Ultimatum gestellt: Entweder sie trete zurück, oder er kündige seine Stelle. Hätte er dies getan, wären gleich mehrere Lehrpersonen ebenfalls gegangen. Füeg verlässt das Sekundarschulhaus nun trotzdem per Ende Februar 2011. Einen bestimmten Grund konnte er nicht angeben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch