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Schnellbleiche für Hundehalter erhält schlechte Noten

Ab dem 1. September sind die Sachkundenachweise für Hundebesitzer Pflicht. Experten halten allerdings nicht viel davon.

Wer ab dem 1. September 2010 einen Hund erwirbt, muss innerhalb eines Jahres einen Sachkundenachweis (SKN) in Theorie und Praxis erlangen. War man vorher schon Hundebesitzer, fällt der theoretische Teil weg. Hat man den Hund vor dem 1. September 2008 erworben, muss man keine Kurse besuchen. Hat man sich dazwischen einen neuen Hund angeschafft, muss bis Ende August der praktische SKN vorliegen. (all) Von Alexander Lanner Unterland – Wer sich nach dem 1. September 2008 einen Hund angeschafft hat, muss laut eidgenössischem Tierschutzgesetz bis Ende August über einen Sachkundenachweis (SKN) verfügen. Dieser umfasst ein praktisches Training von mindestens vier Stunden. Davon betroffen sind alle Hunderassen – egal ob Pekinese oder Schäferhund. Obwohl das neue Reglement für die Besitzer von Hundeschulen Mehreinnahmen bringt, sind viele überhaupt nicht begeistert. «Die Idee mit dem Sachkundenachweis ist zwar gut gemeint», sagt Nelly Born, Präsidentin des Kynologischen Vereins Zürcher Unterland. Die Umsetzung sei allerdings miserabel. Bis ein Hund richtig erzogen ist, dauere es gut zwei Jahre. «Bei dieser Schnellbleiche verlangt man von den Haltern schlicht zu wenig», ist sie überzeugt. Andreas Raissle von von der Hundeschule & Team im Stadler Dorfteil Raat kann sich über Kundschaft nicht beklagen. «Meine SKN-Kurse sind immer voll ausgebucht», so Raissle. Trotzdem ist er mit der neuen Regelung unzufrieden. «Das Ganze ist nicht zu Ende gedacht», meint er. Bei einigen Hundehaltern, die seine Kurse besucht haben, spürte er das Desinteresse. Wer den SKN absolviert hat, erhält ein laminiertes A6-Blatt mit dem Stempel seiner Hundeschule als Bestätigung. Eine Prüfung ist nicht vorgeschrieben. Auch bei den Urkunden herrsche Wildwuchs. «Jede Bescheinigung sieht wieder anders aus», sagt Raissle weiter. Der 73-jährige Oskar Stahel führt seit mehreren Jahrzehnten in Wallisellen eine Hundeschule. Er bietet keine SKN-Kurse an. «Der SKN ist kein Ersatz für eine seriöse Ausbildung», ist Stahel überzeugt. Die teure Ausbildung von rund 7000 Franken habe ihn zusätzlich abgeschreckt. Kontrolle ist schwierig Mitführen müssen die Hundebesitzer den Sachkundenachweis beim Gassigehen nicht. Wenn allerdings etwas passiert, muss er vorhanden sein. Wie die Gemeinden die Kontrolle vornehmen, ist noch nicht restlos geklärt. Schweizweit müssten rund 40 000 Hundehalter den SKN bis Ende August absolvieren. Marcel Falk, Mediensprecher des Bundesamtes für Veterinärwesen, rechnet damit, dass ein Viertel dieser Vorgabe nicht nachkommen wird. Für den Kanton Zürich macht das etwa 1400 Halter. 1200 zertifizierte SKN-Ausbildner gebe es in der Schweiz. So viele seien auch nötig, um die Kurse flächendeckend durchzuführen.

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