Zum Hauptinhalt springen

Schauplatz Zürich Die geheimnisvollen Safes

Offiziell darf sich niemand äussern, dennoch verbreitete sich in den letzten Tagen das Gerücht: Bei der UBS an der Zürcher Bahnhofstrasse wurden gestern unter Anwesenheit israelischer Anwälte und der israelischen Literaturwissenschaftlerin Itta Shedletzky angeblich Safes mit Schriften aus dem Nachlass von Franz Kafka geöffnet. Kafkas Freund Max Brod hatte diese Schriften einst nach Palästina gerettet (TA vom Samstag). Um dieses Erbe Brods wird seit Jahren gestritten. Erbinnen sind heute Eva und Ruth Hoffe, die auch schon betagten Töchter von Esther Hoffe, der 2007 verstorbenen engen Freundin und Mitarbeiterin von Max Brod. Gegenseite ist der Staat Israel, der dieses Erbe im Land behalten und verhindern will, dass es verkauft wird. Ein Teil des Nachlasses liegt seit 1956 in Zürich. Max Brod hatte Kafkas Manuskripte einst an die Schocken Library in Jerusalem zur Verwahrung gegeben. Salman Schocken war Kafkas Verleger gewesen; er liess das Kafka-Material zur sicheren Lagerung nach Zürich transferieren. Wie der Zürcher Literaturwissenschaftler Andreas Kilcher vermutet, wird heute in den Zürcher Safes «wohl kaum Unbekanntes zu finden sein». Die Fachwelt wartet aber beispielsweise noch auf die Publikation des Tagebücher von Max Brod, deren Verbleib unbekannt ist. Zwar hatte der Verlag Artemis & Winkler schon 1988 die Rechte an den Tagebüchern erstanden. Esther Hoffe hat sie aber nie herausgegeben. (ckr)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch