Zum Hauptinhalt springen

SBB-Tarifpolitik So werden Pendler gezüchtet/Billette sind eigentlich viel zu billig, TA vom 6. August

SBB-Tarifpolitik So werden Pendler gezüchtet/Billette sind eigentlich viel zu billig, TA vom 6. August Die Raumplanung ist die Ursache. Schuld an der Zersiedelung hat sicher nicht der Individualverkehr, sondern vielmehr eine vollkommen unkoordinierte, auf Partikularinteressen ausgerichtete Raumplanung. Da wird massenhaft Landwirtschaftsland in Bauland verwandelt, da beispielsweise Bauern, welche jahrelang Subventionen kassiert haben, nun gemeinsam mit Ihren Stimmen ihr Land umzonen lassen und so zu Multimillionären werden. Wahllos wird gebaut, um mit neuen Steuerzahlern die geplünderte Gemeindekasse zu füllen, ohne nur einen Rappen in die Infrastruktur zu investieren (beispielsweise in Fällanden und Bassersdorf). Gleichzeitig explodieren die Wohnkosten in den Städten (Weststrasse trifft Seefeld). Die Steuerunterschiede zwischen Stadt und Land werden grösser statt kleiner. Der arbeitende Mittelstand wird so aus den Stadtgebieten gedrängt und ist auf eine leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur angewiesen, um weiterhin arbeiten zu können und somit sowohl arm wie auch reich mit seinen Steuergeldern zu finanzieren. Marc Weinmann, Dübendorf Leute würden aufs Auto umsteigen. In den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts setzte die Zersiedlung unseres Landes ein. Die Politik erkannte die Notwendigkeit einer wirksamen Raumplanung. Planungs- und Baugesetze wurden geschaffen und überarbeitet, kommunale Nutzungspläne erstellt und revidiert. Die neue individuelle Mobilität nahm weiter zu. Das S-Bahn-Zeitalter ab 1990 ist ein Erfolg, vermochte es doch, dank gutem Angebot, zahlreiche Pendler zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu bewegen. Der Autor des Artikels will nun tatsächlich die SBB-Tarife anheben, um die Zersiedlung der Schweiz zu bremsen – eine abstruse Idee. Er blendet aus, dass diese Massnahme viele Pendler vom ÖV zurück zum eigenen Motorfahrzeug bringen würde. Ein Schildbürgerstreich also. Zur Bewältigung des Pendlerverkehrs gehören neben günstigen Tarifen des ÖV, eine massvolle Kostensteigerung im Individualverkehr (z. B. CO2-Abgabe, Roadpricing) wie auch eine griffige Raum- und Nutzungsplanung, die à jour gehalten und durchgesetzt wird. Wenn eines dieser drei Standbeine einknickt, ist der Gesamterfolg infrage gestellt. Walter Allenspach, Winterthur Steuerabzug abschaffen. Der Grund, warum die Schweiz zu einem Agglo-Land verkommt, liegt nicht an den zu günstigen Preisen der SBB. Der wahre Grund ist die Möglichkeit, jeden Kilometer des Arbeitswegs von den Steuern abziehen zu können. Man stelle sich nur mal die Mehreinnahmen des Kantons Aargau vor, wenn alle, die sich täglich durch den Baregg- und Gubristtunnel quälen, ihre Tausende von Kilometern nicht mehr von ihrem steuerbaren Einkommen abziehen könnten. Würde diese Abzugsmöglichkeit entfallen, würde nicht nur der Verkehr reduziert und damit unser Strassennetz entlastet, auch die Umwelt könnte geschont werden, und bei der Jobwahl würde wieder Wert gelegt werden auf einen kurzen Arbeitsweg. Natürlich bräuchte es für diese Umsetzung auch bezahlbaren Wohnraum in den Zentren. Denn nur dann wird der moderne Mensch aufs Velo steigen. René Ganz, Wiesendangen «Der Grund, warum die Schweiz zu einem Agglo-Land verkommt, ist die Möglichkeit, jeden Kilometer des Arbeitswegs von den Steuern abziehenzu können.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch