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Rütener bekämpfen Instandstellung eines Biotops

Der Roosrietweiher in Rüti wird saniert. Das stört einige Anwohner. Sie fürchten, dass dies einen Frosch anzieht, der mit seinem Gequake ihren Schlaf raubt.

Von Marcel Vollenweider Rüti – Amphibien fühlen sich im Rütner Roosrietweiher äusserst wohl. Deren lautes Gequake nervt jedoch die Anwohner. Im April des letzten Jahres hätte der Weiher aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses saniert werden sollen. Doch die Arbeiten fanden ein jähes Ende: Die Bauarbeiter sind von einem entzürnten Anwohner massiv bedroht worden. Dieser wollte verhindern, dass Pflegemassnahmen ausgeführt werden. Die Arbeiter mussten abziehen. Knapp ein Jahr später will der Gemeinderat die Sanierung des Weihers vorantreiben. Die Anwohner wurden am Mittwoch mit einem Schreiben darüber orientiert, dass am kommenden Montag punktuelle Pflegemassnahmen umgesetzt werden. Dieses Vorgehen hat der Gemeinderat an einer Sitzung im Februar so abgesegnet. Im Wesentlichen geht es bei diesen nicht sonderlich aufwendigen Arbeiten darum, der drohenden Verlandung durch die Entfernung von dichten Grasbüscheln entgegenzuwirken. Zudem sollen auch wichtige Laichplätze erhalten bleiben. Die Behörden hatten im letzten Herbst einen weiteren Anlauf unternommen, um mit den Anwohnern zusammenzusitzen und über die nötigen Pflegemassnahmen zu sprechen. So lud das Natur- und Umweltamt die Anwohner Mitte November zu einer Besprechung ein. «Dieser Austausch ist aus Sicht der Gemeindeverwaltung sensationell verlaufen. Wir haben die vereinbarten Pflegemassnahmen festgehalten», sagt Martin Hollenstein, Leiter der Abteilung Natur und Umwelt. Esther Kaufeld, Gemeinderätin und Vorsitzende des Ressort Natur und Umwelt, ergänzt: «Aufgrund der seit Jahren angespannten Situation ging es uns vor allem darum, im gemeinsamen Aushandeln einvernehmliche Lösungsvorschläge zu finden.» Man habe an jenem Abend im Sinn eines Workshops Themen wie Wasserfläche, Gestaltung des Grünraums und Standortattraktivität besprochen und durchaus befriedigende Resultate erzielt. Vereinbartes widerrufen Umso erstaunlicher war es für die Verantwortlichen der Gemeinde, dass die Anwohner ihre Unterschriften dann doch nicht unter das Protokoll setzten, sondern sich von den ausgehandelten Pflegemassnahmen distanzierten. Drei Anwohner widerriefen die vereinbarten Punkte. «Ein solches Verhalten ist befremdend und zeugt keinesfalls von Fairplay, geschweige denn vom Interesse, wirklich gute Lösungsansätze zu unterstützen», sagt Kaufeld. Einige Roosrietanwohner wiederum stören sich gewaltig am Verhalten des Rütner Gemeinderats. «Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen», sagt Nelly Artiglio. Sie und ihr Mann Waldemar ärgern sich über das Vorgehen der Gemeinde, wie sie die Sanierung des Weihers durchzuboxen will. «Wir wurden an der Besprechung im November buchstäblich überfahren. Der Austausch verlief ausgesprochen einseitig», sagt Nelly Artiglio. Ihr graut es vor allem davor, dass der Wasserfrosch nach den Pflegemassnahmen wieder zurückkehren könnte. «Wenn dieser lärmt, dann liess sich kein Schlaf mehr finden.» Unterschiedliche Ansichten «Es wäre wichtig, dieses Feuchtbiotop jetzt wieder so instand zu stellen, dass Frösche ihre Laichplätze vorfinden», sagt Gemeinderätin Esther Kaufeld. Das Natur- und Umweltamt will an den mit den Anwohnern ausgehandelten Kompromissen festhalten. Verzichtet werden soll auf eine zu grosse Wasserfläche, damit der bevorzugte Lebensraum des anscheinend störend quakenden Wasserfroschs nicht begünstigt wird. Peter Müller, ein weiterer Anwohner, bekräftigt, dass der quakende Wasserfrosch als störend empfunden werden könne. «Das Ganze dünkt mich aber keinesfalls dramatisch. Ausschlaggebend sei das subjektive Lärmempfinden. Es wäre allenfalls auch möglich, die Fenster auf der zum Teich abgewandten Seite offen zu halten», meint Müller. «Die Gemeinde steht doch seit Jahren in der Pflicht, am Weiher Pflegemassnahmen auszuführen.» Von den erbittertsten Gegnern des Teiches war keine Stellungnahme zu erhalten, eine Bitte um Rückruf wurde ignoriert.

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