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Rorbas hat eigenen Anschluss ans Mittelmeer

Das Restaurant Al Cervo bietet italienische und schweizerische Spezialitäten zu moderaten Preisen. Gastgeber ist ein Eidgenosse mit kosovarischen Wurzeln.

Rorbas. - Am Eingang begegnen wir einem Busenwunder. Gina Lollobrigida war einst mit der schauspielernden Rivalin Sophia Loren in einen medialen Zickenkrieg verwickelt. Nun blickt sie, charmant lächelnd und perfekt gekleidet, von einem gerahmten Filmplakat.

Das Wappentier des Restaurants Al Cervo ist ein schwarzer Hirsch auf grünem Grund. Er prangt stolz auf dem Schild, das von der Hauptstrasse zu sehen ist. Im Innern des Lokals dominieren warme, erdige Farbtöne. Die Wände sehen aus wie Terracotta.

Wer sich umschaut, entdeckt nicht nur einen angefeuerten Pizzaofen, sondern auch zahlreiche Schwarzweissfotografien mit weiteren Schauspielergrössen. Die Namen? «Kenn ich nicht», sagt Memeti Femi und schmunzelt. Er ist der Wirt des italienischen «Hirschen» und ein charmanter Gastgeber. Richtig, der Nachname Femi deutet nicht auf Neapel oder Palermo hin. Femi ist eingebürgerter Schweizer albanischer Abstammung.

Ein Familienbetrieb

Seit zwei Jahren führt er das Restaurant als Familienbetrieb. Seine Frau Feride ist Küchenchefin, und Bruder Rafi hat sich als Pizzaiolo einen Namen gemacht. Die kosovarische Herkunft der Wirtefamilie ist auf der Speisekarte nicht ersichtlich: Es finden sich viele italienische Spezialitäten und auch Schweizer Hausmannskost. Später stellt sich heraus, dass an diesem Tag eine andere Frau in der Küche stand: Die Portugiesin Paula Santos ist ebenfalls eine erfahrene Köchin und gehört fast schon zum Inventar des Lokals.

Zur Vorspeise gibt es Bruschetta, frisch geröstetes Brot, das zuvor mit Olivenöl beträufelt und einer Knoblauchzehe eingerieben wurde. In klassischer Variante mit gehackten Tomaten und Zwiebeln (7 Fr.), sowie in einer scharfen Version mit pikanter Salami und Vorderschinken (9 Fr.). Das ursprüngliche Armeleuteessen» aus Süditalien kommt perfekt auf den Tisch, knusprig und goldbraun.

Zum Sommerende hat uns der Chef den aktuellen Hauswein empfohlen, einen sizilianischen Roten. Der Cariddi Rosso (1 dl für 5.50 Fr.) stimmt uns mit seiner rubinroten Farbe und dem kräftigen Aroma auf den mediterranen Hauptgang ein.

Wir wählen Pasta und Meerfisch. Das Tris Al Forno ist eine Dreierkombination von hausgemachten Teigwaren, die mit Parmesan und Rahmsauce im Holzofen gratiniert werden (24.50 Fr). Das Rezept für die Ravioli mit Hackfleischfüllung, Lasagne und Gnocchi bleibt ein Geheimnis, doch das Resultat begeistert.

Den Sinn fürs richtige Timing beweist die Küche auch mit dem Coda di Rospo al Cartoccio (31.50 Fr.). Die in der Alufolie gebackenen Seeteufelfilets sind butterzart, dazu passt das klein gehackte Sommergemüse, das mitgedämpft wurde.

Wir sind beim Dessert angelangt, und auch da gibt es nochmals Hausgemachtes: Panna Cotta mit Waldbeeren (9 Fr.) und einen wunderbar bitteren Espresso. Und auch das wohl berühmteste italienische Dessert, das Tiramisù (9.50 Fr.), macht seinem Namen alle Ehre.

Zum Abschied zwinkert uns beim Ausgang das Busenwunder zu. Und auch der Hirsch auf dem Parkplatz wirkt zufrieden. Das Al Cervo ist für Liebhaber der italienisch-schweizerischen Küche ein Geheimtipp - und ein gutes Beispiel für gelungene Integration. Ristorante Al Cervo, Kirchgasse 33, 8427 Rorbas, Telefon 044 865 00 11. Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 11-14 Uhr und 17.30-23 Uhr, Sa ab 17 Uhr, So 11-14 und 17-22 Uhr. Nichtraucherbereich im Lokal. Für Kinder ist ein Spielzimmer vorhanden. Täglich sechs Mittagsmenüs (ab 15.50 Fr.).

Bruschetta und Tris al Forno: Wirt Memeti Femi (M.), Pizzaiolo Rafi (l.) und Koch Romy Muto setzen vor allem auf italienische Kost.

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