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Richtplan sorgt für Unzufriedenheit

Der Kantonsrat muss den Richtplan revidieren. Umstritten sind die festgelegten Deponie- und Kiesabbaugebiete. Tenor aus dem Oberland: Die Vorschläge sind nicht befriedigend.

Oberland. - Der Regierungsrat hat den revidierten Richtplan zu Handen des Kantonsrats verabschiedet. Als der Richtplan öffentlich aufgelegt wurde, wurden über 16 000 Einwendungen eingereicht. Die Einwände wurden aufgearbeitet und der Entwurf überarbeitet. Nun liegt die Fassung vor, die vom Kantonsrat bereinigt werden muss. Im Kantonsrat werden sich diverse Oberländer Gemeinden erneut für Änderungen im Richtplan stark machen, wenn auch mit geringen Erfolgsaussichten. Kritisiert werden hier wie auch in den anderen Kantonsgebieten vor allem die Deponiestandorte, gefolgt von den im Richtplan ausgewiesenen Kiesabbaugebieten. Die umstrittenen geplanten Deponiestandorte der Region liegen in Gossau, Egg, Grüningen und Rüti. Bereits in Betrieb ist eine Deponie in Oetwil am See und in Gossau. Das umstrittenste Kiesabbaugebiet der Region liegt in Lindau/Tagelswangen. Dort setzt sich die IG Kiesgrube Nein gegen die Festlegung eines Abbaugebiets im Richtplan zur Wehr.

In den Deponiegemeinden und in Mönchaltorf wurde der Widerstand gemeinsam getragen. 5500 Unterschriften wurden gesammelt. Genützt hat es wenig. Alle im ersten Entwurf aufgeführten Standorte sind auch im gestern präsentierten noch vorhanden. Die Änderungen, die vorgenommen wurden, sind klein. So soll zum Beispiel die geplante Deponie im Büelholz in Egg besser in die Landschaft eingebettet werden. Als «reine Kosmetik», bezeichnet dies der Egger Gemeindepräsident Rolf Rothenhofer (parteilos).

Die wesentlichste Änderung, die vorgenommen wurde, hat mit den Standorten der Deponien zu tun. Da die Deponien Chrüzlen in Oetwil am See, Büelholz in Egg, Lehrüti in Gossau/Egg und Tägernauer Holz in Grüningen/Gossau relativ nahe beieinander liegen, wurden sie in einem Kreis zusammengefasst, in dem maximal je ein Deponietyp in Betrieb sein darf. Der Kanton unterscheidet zwischen Inertdeponie und Reststoffdeponie. Da im Kreis dieser vier Deponien bereits eine Deponie in Betrieb ist - diejenige in Oetwil am See - könnte höchstens eine weitere in Betrieb genommen werden.

Kies auf die Bahn

Diese Idee findet Rothenhofer alles andere als ideal. Er befürchtet, dass damit die Gemeinden gegeneinander ausgespielt werden. Schliesslich wolle keine Gemeinde den Schwarzen Peter. «Bisher kämpften wir gemeinsam gegen neue Deponien. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sich daran nichts ändert und wir nicht aus Eigennutz gegeneinander antreten», sagt Rothenhofer. Den vorliegenden Entwurf des Richtplans bezeichnet der Gemeindepräsident von Gossau, Jörg Kündig (FDP), als «nicht befriedigend». Dass maximal nur ein Deponietyp in der Region betrieben werden dürfe, sei ein schwacher Trost. Er werde sich zusammen mit den Nachbargemeinden weiter dafür einsetzen, dass keine zusätzlichen Deponien in Betrieb genommen werden. Die Hoffnung, dass Standorte, die ganz oder teilweise im Wald liegen, aus dem Richtplan gestrichen werden, hat sich nicht erfüllt, Das wird besonders die Grüninger mit ihrem Standort Tägernauer Holz ärgern.

Wald schützt gemäss Richtplan weder vor Deponien noch vor Kiesabbau. Vor Kiesabbau schützt - zumindest in Wermatswil - nur das Orts- und Landschaftsbild. Das Abbaugebiet Wermatswil-Sig wurde nämlich aus dem Richtplan gestrichen. Darauf hatten auch die Lindauer und Tagelswanger gehofft. Ihre Hoffnung hat sich zerschlagen. Am dortigen Abbaugebiet wird festgehalten, weil der Kiesbedarf hoch sei und die Möglichkeit des Bahntransports bestehe. Letzeres ist ein gewichtiges Argument. Der Kanton legt nämlich verbindlich fest, wie hoch der Anteil sein muss, der per Bahn abtransportiert wird. Der Bahnanschluss der geplanten Kiesgrube in Tagelswangen wird deshalb Bestandteil des Gestaltungsplans sein. Leicht geändert wurde dort nur der Perimeter der Kiesgrube: Der Abstand zum Siedlungsrand soll 250 Meter betragen - also mehr als ursprünglich geplant.

Deponiestandorte, Seite 17

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