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Polizist Handgelenk gebrochen

Hombrechtiker Kiffer verletzt Polizisten. Weil er ihn für einen Gangster hält.

Von Lorenzo Petrò Hombrechtikon – Für den Kantonspolizisten ist der Fall klar: Der angeklagte 25-jährige Hombrechtiker Secondo und Cannabis-Konsument hat sich einer Personenkontrolle entziehen wollen und dem Polizisten bei seiner Fluchtaktion das Handgelenk gebrochen. Zugetragen hat sich der Vorfall nach einem Besuch im Steakhouse Small Place in Hombrechtikon. Beim 500 Meter weiter entfernten Selecta-Automaten vor der Metzgerei Odermatt wollten zwei Polizisten den Angeklagten kontrollieren, der einen ehemaligen Schulkameraden aus dem Restaurant mitgenommen hatte. Gemäss Anklageschrift rief der Schulfreund dem Hombrechtiker «Achtung, Bullen» zu und rannte davon, worauf die Polizisten die Verfolgung aufnahmen. Als einer aber realisierte, dass der Angeklagte mit dem Auto fliehen wollte, versuchte er diesen daran zu hindern, indem er zur Fahrertür rannte, seinen Arm durch das offene Fenster streckte und den Angeklagten am linken Ohr zu fassen kriegte. Obwohl der Polizist sich als solcher zu erkennen gegeben und den Flüchtenden mehrmals zum Anhalten aufgefordert habe, habe dieser seinen Wagen beschleunigt. Irgendwann wurde die Geschwindigkeit zu gross: Der Polizist musste den Flüchtenden loslassen. Er stürzte zu Boden, brach sich das linke Handgelenk, erlitt Schürfungen und Prellungen am ganzen Körper. Deshalb musste sich der Hombrechtiker gestern vor dem Bezirksgericht Meilen wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie einfacher Körperverletzung verantworten. Gericht glaubt kein Wort Genau das sei es eben nicht gewesen, wehrte sich der Angeklagte. Er bestritt die Vorgänge nicht, gab aber an, in Panik gehandelt zu haben. Das Erste, was er vom Polizeieinsatz mitbekommen habe, sei der Griff durch das Autofenster an sein Ohr gewesen. «Was würden Sie tun in dieser Situation?», fragte er. Er habe Angst um sein Leben gehabt und deshalb Gas gegeben. Erst später habe er erkannt, dass Polizisten und nicht Gangster in die Geschichte verwickelt seien. «Es ging alles so schnell! Ich konnte die Situation doch nicht innerhalb von Sekunden richtig einschätzen.» Obwohl er seine Version detailliert und ohne logische Fehler erzählte und sich auch beim kritischen Nachfragen nicht in Widersprüche verstrickte, glaubte ihm das Gericht kein Wort. Dem Polizisten hingegen schon, der knapp erklärte, dass die Flucht bei ertappten Cannabiskonsumenten üblich sei. «Wir haben von ihnen jetzt so viele Versionen der Geschichte geliefert bekommen, wie es Einvernahmen gab», sagte der Richter am Ende der Verhandlung. «Sie müssen mit einer Verurteilung rechnen.» Er gab fünf Minuten Bedenkzeit für ein Geständnis, die der Angeklagte ungenutzt verstreichen liess. «Das geht nicht», sagte er. Er könne doch nicht etwas Unwahres gestehen, um seine Strafe zu mindern. Die 600 Franken Busse sowie eine bedingte Geldstrafe von rund 3000 Franken unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren konnte das Gericht gestern nicht aussprechen. Der Angeklagte hatte vergessen, sein Personaldatenblatt rechtzeitig zurückzusenden.

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