Zum Hauptinhalt springen

Pegel liegt weit unter der Alarmstufe

Der Zürichsee schwappt gegenwärtig über die Ufer. Sorgen muss sich deshalb aber niemand.

Von Marco Morosoli und Andreas Jäggi Bezirk – Am Dienstagnachmittag sind auf dem Seeplatz unterhalb des Bahnhofs Wädenswil die Ruhebänke gut besetzt. Die Erholungsuchenden können die Sitzgelegenheiten auch wieder nutzen, ohne wie noch am Wochenende nasse Füsse zu riskieren. 10 Zentimeter ist der Pegel des Zürichsees seit dem Jahreshöchststand vom vergangenen Samstag gefallen. Betrug er am Samstag bei Oberrieden noch 406,45 Meter über Meer, ist er gestern auf 406,34 Metern zurückgegangen. Normal ist ein Wert um 406 Metern über Meer. Doch die Erholung des Pegelstandes wird nur von kurzer Dauer sein. Ein Tief bewegt sich von England her auf Westeuropa zu und wird sich ab morgen über der Schweiz austoben. Meteorologen sagen für Horgen 38 Millimeter Regen pro Quadratmeter voraus. Die Folge: Der Wasserstand wird wieder ansteigen. Regen stört Fährbetrieb nicht Der Zürichsee-Fähre zwischen Horgen und Meilen wird diese längere Regenperiode aber nichts anhaben. «Wir sind zurzeit ohne Einschränkungen unterwegs. Die Kapitäne fahren aber noch vorsichtiger als sonst, um einen schädlichen Wellenschlag zu vermeiden», sagt Heinz Blatti, Betriebsleiter der Zürichsee-Fähre. Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) hält den Betrieb ebenfalls weiter aufrecht. «Der Kapitän entscheidet jeweils, ob eine Anlagestelle angefahren werden kann oder nicht», sagt Evelyne Schlund, Pressesprecherin der ZSG. Im Obersee jedoch können gegenwärtig nicht mehr alle ZSG-Schiffstypen verkehren. Schlund sagt: «Es bräuchte aber einen weit höheren Pegel, um den Betrieb weiter einzuschränken.» Das letzte Mal war dies im Mai 1999 der Fall. Der Pegelstand des Zürichsees betrug damals 407,20 Meter. Doch selbst unter solchen Bedingungen würde die Zürichsee-Fähre – mit einigen Einschränkungen – zwischen Horgen und Meilen weiterhin verkehren. Im Jahre 2000 hat der Betreiber der Zürichsee-Fähre die Rampenanlage an den beiden Anlagestellen derart angepasst, dass selbst bei diesem Wasserstand die fahrbare Brücke über den See nicht beeinträchtigt würde. Auch beim Kanton herrscht wegen der angekündigten Regenfälle von morgen keine Panik. «Auf einer von 1 bis 10 ansteigenden Gefahrenkarte sind wir auf einem Wert zwischen 2 und 3 angelangt», sagt René Lohner, Sprecher der Baudirektion. Das Wehr beim Platzspitz in Zürich sei vollständig geöffnet. Diese Massnahme hat auch mitgeholfen, dass der Pegel des Sees gestern innerhalb von 12 Stunden um rund 3 Zentimeter gesunken ist. Nadelöhr ist dabei eher das Rathaus am Limmatquai. Der dortige Engpass wirkt wie ein Wehr, kann aber nicht wie ein solches reguliert werden. Bis jetzt hat sich der hohe Pegelstand auch nicht auf die Flora und Fauna des Zürichsees ausgewirkt. Dies sagte ein Sprecher des Limnologischen Instituts der Universität Zürich in Kilchberg. Interessant würde es laut dem Wissenschaftler für Binnengewässer werden, wenn es zu Überschwemmungen käme: «Dabei werden viele ungewohnte Stoffe im Wasser gelöst und in den See geschwemmt.» Dies könnte daraufhin zu einer Bakterienblüte führen. Der Seeplatz in Wädenswil war am vergangenen Wochenende teilweise überflutet. Foto: Patrick Gutenberg

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch