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Organspenden Für junge statt für schwer kranke Patienten, TA vom 25. 9.

Organspenden Für junge statt für schwer kranke Patienten, TA vom 25. 9. Kritik an Swisstransplant. Obwohl unser Hilfswerk für das Wohl von nierenkranken Kindern und Jugendlichen arbeitet und bis heute mit Swisstransplant immer noch assoziiert ist, distanzieren wir uns ausdrücklich von den Aussagen des Swisstransplant-Direktors Franz Immer über die Verteilung von Spenderorganen nach Nutzen. Wenn wir beginnen, nach den genannten Kriterien Organe zuzuteilen, führen wir in letzter Konsequenz eine nicht vertretbare Bewertung durch, ausgehend von der Frage: Bei welchen Empfängern ist das Organ nun «sinnvoller investiert»? Wir verstehen die Beweggründe, einem 75-jährigen Todkranken kein Organ mehr zu geben und dieses dafür einem 20-Jährigen zuzuteilen (sofern die Werte des Organs mit den Werten beider Patienten übereinstimmen), weil er ein längeres Leben vor sich haben könnte. Und dies ist auch heute bereits der Fall: Das Alter spielt eine Rolle bei der Zuteilung, obwohl die Anzahl der «geretteten Lebensjahre» eine sehr vage Grösse ist. Komplikationen bei und nach der Operation, das Abstossen des Organs, andere Erkrankungen, Unfälle usw. bergen so viel Unsicherheit, dass keine Garantie besteht, dass ein jugendlicher Organempfänger länger lebt als ein älterer. Unserer Meinung nach zielt Franz Immers Vorschlag in die völlig falsche Richtung. Viel wichtiger wäre es, wenn wir dem katastrophalen Mangel an Organen in der Schweiz zu Leibe rücken würden, indem die Spitäler für die Entnahme von Organen entschädigt würden und Swisstransplant es wagen würde, das heisse Eisen der Änderung von der Zustimmungslösung zur Widerspruchregelung anzupacken. Eine weitere Konsequenz von Immers Vorschlag wäre letztendlich ein nicht zu vermeidender Organhandel im Ausland. Es liegt in der Natur des Menschen, überleben zu wollen. Mit der Verteilung nach Nutzen entziehen wir einem nicht mehr jungen Menschen seine letzte Hoffnung. Damit wir nicht in einen unlösbaren Zielkonflikt geraten, sind solche Regelungen klar abzulehnen. Darum: Das einzige objektive Kriterium ist die medizinische Dringlichkeit. Marilyn Zeller, StadelKids Kidney Care

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