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«Optimistisch» segeln lernen

Halsen und Wenden lernen Kinder im Segelschnupperkurs mit dem kleinsten Segelboot auf dem Greifensee. Der Kurs ist äusserst beliebt, auch wenn grad Flaute herrscht.

Von Annamaria Ress-Karl Greifensee – «Vor allem das Kentern macht mir Spass», sagt die elfjährige Severine aus Uster grinsend. Worauf die gleichaltrige Laura-Moana aus Egg ergänzt: «Dass man das Boot danach ausschöpfen muss, gefällt mir gar nicht.» Severine und Laura-Moana sind zwei der zwölf Kinder, die am Segelschnupperkurs auf dem Greifensee teilnehmen. Dieser wird im Rahmen des Ferienplauschs des Bezirks Uster vom Segelclub Schloss Greifensee angeboten und dauert drei Tage. Die Kinder sind zwischen neun und zwölf Jahre alt und lernen auf einem Einsteiger-Segelboot, dem sogenannten Optimist, die einfachsten Segelmanöver. Die Kinder sind mit Eifer und Spass bei der Sache. Mit etwas Glück kommen sie auf dem See sogar vorwärts. «Leider hat es zu wenig Wind», bedauert Kursleiterin Elisabeth With vom Segelclub Schloss Greifensee. Trotzdem sei es immer wieder erstaunlich, wie viel die Kinder in drei Tagen über das Segeln gelernt hätten, ergänzt ihre Tochter Yannik With, die ebenfalls als Leiterin anwesend ist. Segeln für den Zürichsee Die unterschiedlichsten Gründe haben die Kinder motiviert, den Kurs zu besuchen. Laura-Moana beispielsweise nahm schon im vergangenen Jahr teil und war so begeistert, dass sie dieses Jahr nochmals dabei ist. Ausserdem interessiere sich die ganze Familie für den Segelsport, berichtet sie. Yaels Vater wiederum hat ein Segelboot auf dem Zürichsee. «Darum möchte ich auch segeln lernen», sagt sie. Severine ist gerne am und im Wasser und entschied sich deshalb für diesen Ferienkurs. Alle drei haben Glück, dass sie einen Platz im beliebten Kurs erhalten haben. Schon einen Tag nach der Publikation sei er ausgebucht gewesen, sagt Elisabeth Würth. Während dreier Tage wird an Land und auf dem Wasser geübt. Die Kinder lernen, was «Luv» und was «Lee» heisst, wo sich das Grosssegel und der Baum befinden, und wie man mit dem Ruder bei unterschiedlichen Manövern umgehen muss. Wenden und Halsen lernen Die Manöver sind gar nicht so einfach, auch wenn sich der Übungs-Optimist vor dem Einwassern noch auf der sicheren Wiese am Seeufer befindet. «Halsen» zum Beispiel hat nichts mit einem menschlichen Hals zu tun, sondern bezeichnet ein Manöver, bei dem das Boot mit dem Heck durch den Wind geht und die Segel anschliessend auf der anderen Schiffsseite geführt werden. Die Kinder üben das Manöver, nachdem Elisabeth With es ihnen erklärt hat. Dann gibt sie das Kommando «Rund achtern!». Laura-Moana gelingt das Halsen schon ganz gut, Severine versucht es freiwillig sogar gleich zweimal. Laura rutscht vor Aufregung auf der feuchten Bank weg. Bei aller Konzentration lachen die Kinder viel und helfen einander. «Das sind Grundvoraussetzungen für den Segelsport. Die lernen sie gleich am ersten Tag», erklärt Elisabeth With. Die fünf Leiterinnen und Leiter sind drei Tage lang äusserst konzentriert und fallen abends todmüde ins Bett. Trotzdem bieten sie den Segelschnupperkurs jedes Jahr aus Überzeugung und Freude am Sport an. Noch haben sie festen Boden unter den Füssen: Bald wagen sich die Kinder mit dem kleinsten Segelboot – dem Optimist – ins Wasser. Foto: Gesa Lüchinger

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