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Nur wenig Mostobst im Oberland

Nachtschichten muss die Mosterei der Landi Zola in Egg dieses Jahr keine einlegen. Wegen der schlechten Ernte wird nur rund ein Viertel der üblichen Menge Mostobst angeliefert.

Von Eduard Gautschi Egg – Seit 8. September läuft die Obstpresse in der Landi Zola in Egg. Das ist etwa eine Woche später als in den vergangenen Jahren. Zum Vermosten liefern Bauern Mostbirnen und Äpfel an. Der Andrang ist verglichen mit den Vorjahren allerdings bescheiden. «Bis heute haben wir erst etwa diejenige Menge verarbeitet, die in guten Jahren in einer einzigen Woche angeliefert wurde», sagt Stefan Weber, Leiter der Landi Egg. Die diesjährige Ernte sei «sehr, sehr klein ausgefallen». Deswegen sei auch kein Schichtbetrieb nötig geworden. In guten Jahren verarbeitet die einzige im Oberland noch betriebenen Mosterei zwischen 1500 und 2000 Tonnen gehäckseltes Obst in der vollautomatischen Presse zu Saft. 2007 waren es gar über 2000 Tonnen Obst, vergangenes Jahr 1400 Tonnen. Dieses Jahr werden es höchstens 450 Tonnen sein. «Bis heute wurden aber erst rund 350 Tonnen Obst abgeliefert. Daraus haben wir circa 280 Tonnen Saft gepresst». Der frisch gepresste Saft wird der Firma Ramseier verkauft, die ihn dann weiterverarbeitet. Die Mostpresse in Egg ist noch bis am 3. November in Betrieb. Wenig aber von guter Qualität Die Menge des Obstmostes sei zwar klein, aber wenigstens von guter Qualität, freut sich Weber. Der Oechslegrad liege im Schnitt bei 50 Grad, der Zuckergehalt sei somit erfreulich hoch. Da die Ernte beim Tafelobst eher durchschnittlich ausgefallen sei, werde praktisch kein Tafelobst angeliefert. Für die Qualität des Saftes sei dies gut, weil Tafelobst eher zu süss sei. Für einen guten Obstsaft brauche es aber Mostsorten mit einer guten Portion Säure. Dass die Menge des angelieferten Obstes dieses Jahr so klein ausgefallen ist, dafür macht Weber den kalten und nassen Mai verantwortlich. Die Bäume hätten wenig Früchte getragen. Weil es nur wenig zu ernten gab, hätten einige Bauern auch gleich ganz darauf verzichtet. In guten Jahren liefern rund 100 Bauern ihr Mostobst bei der Landi Egg ab. Weiteres Mostobst liefern die regionalen Sammelstellen an. «Es war kein gutes Jahr für die Bauern», sagt Weber. Die Getreideernte sei auch schlecht ausgefallen. Aber so sei das nun einmal, wenn man Naturprodukte herstelle und dabei auf gute Witterung angewiesen sei. Auf die Preise hat die schlechte Ernte beim Mostobst keinen grossen Einfluss. Immerhin drückte kein Überangebot die Preise. Für Mostäpfel liegt der Preis bei 30 Franken pro 100 Kilogramm, für Birnen gibts 20 Franken. Normale Ernte beim Tafelobst Besser als beim Mostobst ist die Ernte beim Tafelobst ausgefallen. Laut Hans-Peter Berger von der Fachstelle Obst im Strickhof könne man von einer «normalen Ernte» sprechen. Überragend sei sie nicht, aber die Qualität des Obstes sei gut, und gröbere Hagelschäden seien ausgeblieben. Die Fälle von Feuerbrandbefall seien ebenfalls deutlich zurückgegangen. Entscheidend für die Bauern sei oft nicht die geerntete Menge, sondern der Preis. Wenn für kleinere Mengen gute Preise bezahlt würden, bleibe für sie unter dem Strich mehr übrig, als wenn die Preise bei einem Überangebot in den Keller sausten. Ernst Meisterhans aus Gutenswil lieferte gestern eine ganze Wagenladung Äpfel in der Mosterei in Egg an. Foto: David Baer

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