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Neu gebaute Brunnenstrasse muss bereits wieder geflickt werden

Vor zwei Jahren wurde die Ustermer Brunnenstrasse beim Bahnübergang komplett neu gestaltet. Nun sind Teile der Wasserrinne beschädigt. Schuld daran sind die vielen Lastwagen.

Von Nicole Roos Uster – Sie ist noch nicht einmal zwei Jahre alt und muss bereits geflickt werden: Die neu gestaltete Ustermer Brunnenstrasse. 2008 sanierte sie die Stadt zwischen Bahnübergang und Kreisel Oberlandstrasse umfassend. Die dabei eingebauten steinernen Wasserrinnen sind nun bei der Einfahrt in die Industriestrasse arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Bei einigen Elementen sind die Ränder abgebröckelt, bei anderen ist der Mörtel in den Fugen brüchig. Eine Steinrinne hat sich sogar um ein paar Zentimeter gesenkt. Auch Marcel Kauer, dem zuständigen Projektleiter der Abteilung Bau der Stadt Uster, sind die Schäden aufgefallen. «Wir werden sie in der letzten Sommerferienwoche reparieren.» Der Zeitpunkt sei ideal, weil der Verkehr wegen der Baustelle beim Spital umgeleitet werde und darum auf der Brunnenstrasse wenig Verkehr herrsche. Es sei aussergewöhnlich, dass Teile einer neuen Strasse nur zwei Jahre hielten. «Die Idee wäre natürlich, dass sie eine längere Lebensdauer haben.» Kauer führt die Schäden auf die ausserordentlich starke Belastung der Steine durch die vielen Lastwagen zurück, welche die Brunnenstrasse benutzen. Knapp 10?000 Fahrzeuge fahren jeden Tag durch das städtische Nadelöhr, darunter sind viele Lastwagen. Weil die Laster vor dem Bahnübergang stark abbremsen müssten, verstärke dies die auf die Wasserrinne wirkenden Kräfte zusätzlich, sagt Kauer. «Diesen Belastungen ist das Material offenbar nicht gewachsen.» Die Stadt hat sich entschieden, schnell zu handeln, um grössere Schäden zu verhindern. Denn wenn einmal ein Stein locker sei, gebe es eine Art Dominoeffekt, und weitere Steine würden in Mitleidenschaft gezogen. Da die Reparatur unter Garantieleistung fällt, muss die Stadt Uster nichts bezahlen. Fehlender Fussgängerstreifen Bereits früher sorgte die viel befahrene Brunnenstrasse für Schlagzeilen. Im Juli 2008 wurde sie für 900?000 Franken saniert und umgestaltet. Der Kanton beteiligte sich daran mit 300?000 Franken. Die Strasse wurde verschmälert und das Trottoir verbreitert. Der Radstreifen ist durch eine befahrbare Wasserrinne von der Fahrbahn getrennt.Ziel der Stadt war es, auf der Strasse Tempo 30 einzuführen. Darum wurde auch der Fussgängerstreifen auf Höhe der Neuwiesenstrasse entfernt. Denn in Tempo-30-Zonen können Fussgänger die Strasse überall überqueren, sie haben allerdings keinen Vortritt. Als jedoch die Stimmberechtigten im Frühjahr 2009 flächendeckendes Tempo 30 in den Ustermer Quartieren ablehnten, entschied die Stadt nach Protesten von Anwohnern, den Fussgängerstreifen wieder aufzumalen. Zumal auf der stark befahrenen Strasse Tempo 50 gilt. Gefahr für Velofahrer Velofahrer kritisierten zudem, dass auf der schmalen Strasse die Lastwagen auf den Velostreifen ausweichen müssen, um zu kreuzen. Was bei den vielen Lastwagen und Bussen häufig der Fall ist. Wegen der engen Platzverhältnisse sei es nicht möglich gewesen, den Velofahrern eine eigenen Fahrbahn zuzuteilen, hiess es damals bei der Stadt. Die Sanierung sei ein Kompromiss, bei dem alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen müssten. Ein Ustermer Parlamentarier hatte sich 2009 in einer Anfrage gewundert, dass der Stadtrat 900?000 Franken in eine Strasse investiert, die ihm gar nicht gehört. Die Brunnenstrasse ist eine Kantonsstrasse. Damals argumentierte die Stadt, dass alle vertraglichen Details geregelt seien und nur noch eine Verfügung fehle. Bis Ende 2009 sollte die Strasse der Stadt Uster gehören. Wie Thomas Maag von der kantonalen Baudirektion aufgrund der ihm vorliegenden Informationen sagt, hat die Eigentumsübertragung jedoch noch nicht stattgefunden. Die steinerne Wasserrinnne an der Brunnenstrasse bröckelt. Foto: Christoph Kaminski

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