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Neu entwickelte Glasflasche könnte PET Konkurrenz machen

Bucher Industries und Vetropack haben eine Methode entwickelt, wie aus Sicherheitsglas Flaschen geformt werden können. Dies ist vorher noch niemandem gelungen.

Von Fabian Boller Niederweningen/Bülach – Die PET-Flasche hat heute auf dem Verpackungsmarkt aufgrund ihres Gewichts und ihrer Bruchsicherheit eine klare Vormachtstellung. Dies wollen die beiden Unterländer Firmen Vetropack aus Bülach und Bucher Industries aus Niederweningen aber bald ändern. So hat eine Tochterfirma von Bucher Industries in ihrem amerikanischen Forschungszentrum eine Methode zur Herstellung einer «revolutionären» Glasflasche entwickelt. Den Forschern gelang es kürzlich erstmals, aus Sicherheitsglas eine Flasche zu formen. Die neuen Flaschen werden bei 700 Grad Celsius gehärtet und anschliessend schockartig und gleichmässig abgekühlt. Zuvor war es noch nie gelungen, aus Sicherheitsglas dreidimensionale Körper zu formen. «Diese Flasche kann der PET-Flasche wieder Konkurrenz machen, da sie wie der Plastikbehälter enorm leicht und bruchsicher ist», sagt Philip Mosimann, Konzernchef von Bucher Industries. Nun arbeiten Bucher Industries und Vetropack gemeinsam an einer Maschine, mit welcher die Wunderflaschen industriell und in hoher Stückzahl produziert werden können. PET wird aus Erdöl hergestellt PET-Flaschen verfügen zwar laut verschiedenen Studien über die bessere Energiebilanz als ihre gläsernen Gegenstücke. Allerdings werden sie aus Erdöl hergestellt, und diese Vorräte neigen sich in absehbarer Zeit dem Ende zu. Laut der deutschen Bürgerinitiative «Vermeiden statt Verbrennen» hat Glas zahlreiche Vorteile gegenüber PET. So wird es hauptsächlich aus Quarzsand hergestellt, welcher fast unbegrenzt verfügbar ist. Ausserdem enthält Glas im Gegensatz zu PET keine chemischen Weichmacher und sonstigen Zusätze. PET-Flaschen werden laut einer Studie der Universität Heidelberg ausserdem verdächtigt, dass sie toxisches Schwermetall an den Flascheninhalt abgeben. Glas hingegen gibt keinerlei seiner Bestandteile an den Flascheninhalt ab. Teure Produktionsanlagen Wann und wie die Maschine zur Produktion der neuen Flasche auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. «Wir befinden uns noch in der Pilotphase», sagt Claude Cornaz, CEO von Vetropack. Auch einen massiven Umsatzanstieg erwarten die Betriebe vorderhand nicht. Mosimann rechnet mit einem Markteinführungsprozess, der mehrere Jahre dauern wird, da die neuen Produktionsanlagen für die Flaschen extrem kostspielig seien. Auf die Unterländer Standorte hat die Innovation kaum Auswirkungen. Vetropack hat keine Produktion in Bülach, und Bucher Industries wird nicht in Niederweningen, sondern bei der Tochter Emhart Glass in Schweden aktiv. «Diese Glasflasche kann der PET-Flasche wieder Konkurrenz machen, da sie enorm leicht und bruchsicher ist.» Philip Mosimann Zwei Unterländer Firmen tüfteln an neuen Glasflaschen. Foto: PD

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