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Naturschutz Der Sparkurs der Regierung erhöht das Risiko des Artensterbens, TA vom 21. Oktober

Naturschutz Der Sparkurs der Regierung erhöht das Risiko des Artensterbens, TA vom 21. Oktober Freiwillige für den Strassenbau. Ich leitete 30 Jahre lang Naturschutzeinsätze mit Freiwilligen und Schulen. Wenn Baudirektor Kägi als Allerweltsmittel zur Kosteneinsparung im Naturschutz vermehrt Freiwilligenarbeit fordert, obwohl diese ja bereits in ausserordentlichem Masse geleistet wird, könnte er doch beispielsweise auch im Strassenbau Freiwillige zur Freizeitarbeit auffordern. Dies würde unvergleichlich mehr Kosten einsparen. Zum Parteiprogramm der SVP: Bei den von mir geleiteten Arbeitseinsätzen mit Freiwilligen waren jeweils nur wenige SVP-Mitglieder auszumachen. Der Artenschwund ist nicht Geschwätz, sondern leidige Tatsache. Das Naturschutz-Gesamtkonzept für den Kanton Zürich (seit 20. Dezember 1995 in Kraft) ist zum Ladenhüter verkommen. Herbert Schoch, Adliswil SVP-Vertreter beim Wort nehmen. Damit die gesetzlich vorgeschriebenen Ziele im Naturschutz trotz der erneut beschlossenen Sparmassnahmen doch noch irgendwie umgesetzt werden können, lautet der Vorschlag der SVP, dass sich Freiwillige mehr engagieren sollen. Ich nehme die SVP-Vertreter im Kantonsrat beim Wort und suche nun aktive Naturschützer, gemäss dem SVP-Motto: «Für einen aktiven Umweltschutz statt des Katastrophengeschwätzes von Linken und Grünen.» Was die SVP unter aktivem Umweltschutz versteht, hat sie ja sicher ausgedeutscht in ihrem neuen Parteiprogramm. Ich habe zwar noch nicht herausgefunden, wie diese Partei ihre Leute zur Freiwilligenarbeit auffordert. Christine Dobler Gross, Zürich Naturschutz ist nicht gratis. Regierungsrat Kägi schlägt vor, dass mehr Naturschützer freiwillige Einsätze leisten sollen. Nun wird aber bereits ein Grossteil der Naturschutzeinsätze auf freiwilliger Basis ausgeführt. Und würde man diesen Gedankengang logisch weiterverfolgen, so müsste gerade im Amt von Herrn Kägi einiges neu überdacht werden. So müssten alle Autofahrer bei Strassenbauten- und Sanierungen freiwillig mit anpacken. Da käme schnell die Forderung, dass diese Arbeiten von Fachpersonen umgesetzt und geleitet werden müssten, ansonsten sich nur zweitrangige Resultate ergäben. Was ist anders beim Naturschutz? Das kann nur an der Grösse und am Einfluss der verschiedenen Lobbys liegen. Und so werden munter 3,2 Millionen Franken an Naturschutzgeldern gestrichen. Dabei wurden von den 1995 für Naturschutz ausgegebenen 15 Millionen Franken im Jahre 2008 bereits 20 Prozent gestrichen. Für unsere Zukunft ist es unerlässlich, die Natur zu unterstützen. Und dazu braucht es nun mal Geld. George Angehrn, Egg Natur- und Heimatschutzverein Egg Lebensgrundlagen schützen. So einfach ist das also: Warum machen denn die Naturschützer nicht noch mehr freiwillige, unbezahlte Arbeit? Dann würde das Geld reichen. Unsere wirtschafts- und wachstumsfreundlichen Politiker von der rechten Seite haben überhaupt nichts kapiert. Dauernd wird nach tieferen Steuern gerufen für jene, die sonst schon zu wenig zahlen. Und dann fehlt Geld, das man dann beim Naturschutz spart. Dabei schützt der Naturschutz unsere Lebensgrundlagen. Unsere Nahrung hängt direkt von der Biodiversität ab. Jedes Lebewesen, das verloren geht, hinterlässt ein Lücke, die Auswirkungen hat. Heute jammern wir über den Verlust der Feldlerche, in 50 Jahren vermissen wir vielleicht die Regenwürmer. Brigitte Hofmann, Natur- und Vogelschutzverein Winterthur-Seen

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