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Mit langem Atem

THE WHISTLEBLOWER Von Andreas Scheiner Thriller Private Militärunternehmen haben keinen guten Ruf. Die Verbrechen von Blackwater im Irak sind bekannt. Weniger weiss man über die Machenschaften von Dyn Corp. Die ebenfalls aus den USA operierende Firma soll nicht nur im Foltergefängnis Abu Ghraib eine Rolle gespielt haben. Vorgeworfen wird dem Konzern auch Mädchenhandel in Bosnien. Es ziemt sich allerdings nicht, mit dem Finger nur auf die Amerikaner zu zeigen. Dyn Corp wurde von der UNO nach Bosnien geholt &endash und offenbar haben die Vereinten Nationen den Skandal vertuscht. Mehr noch: UNO-Leute sollen bei der Beschaffung der Mädchen mitgeholfen haben. «The Whistleblower» erzählt die schier unfassbare, grauenvolle Geschichte aus der Sicht der jungen US-Polizistin Kathryn Bolkovac (stark: Rachel Weisz, «The Constant Gardener»), die wegen Geldsorgen für die UNO ins Nachkriegs-Bosnien ging. Im kriegszerstörten Land sollte sie in den späten Neunzigerjahren Menschenrechtsverletzungen untersuchen. Dabei stand sie im Dienst von Dyn Corp (im Film Democra Security). Bolkovac kam Menschenhändlern auf die Spur, die Mädchen als Sexsklavinnen hielten und verkauften. Widersetzten sie sich, wurden sie gefoltert. Als Bolkovac Beweise vorlegte, ignorierten sie die Vorgesetzten. Als die Unerschrockene weiter ermittelte, wurde sie entlassen und bedroht. Die Whistleblowerin bewies einen langen Atem, klagte gegen ihre Entlassung und gewann. Gleichwohl musste sich weder jemand von Dyn Corp noch von den Vereinten Nationen vor Gericht verantworten. Immunität für UNO-Mitarbeiter und juristische Schlupflöcher für Söldnerfirmen schützten die Verbrecher. Umso wichtiger ist deshalb der Spielfilm von Larysa Kondracki (basierend auf dem gleichnamigen Enthüllungsbuch von Bolkovac.) Zwar inszeniert die Regiedebütantin den Kampf der Idealistin gegen das System unnötig pathetisch. Blöd sind Zeilen wie: «Ich bin eine US-Polizistin, ich lasse niemanden ungeschoren davonkommen.» Das tut der Brisanz des Films über die pervertierten Peacekeeper aber keinen Abbruch. Mit Wut im Bauch hat Kondracki einen Thriller geschaffen, der an die Nieren geht. Um Bosnierinnen zu schützen, riskiert Kathryn Bolkovac (Rachel Weisz) den eigenen Job. 14.30, 17.30, 20.30 UhrSo 10 Uhr Matinee im Corso 4 mit Kathryn Bolkovac, dem Produzenten Wolfgang Mueller, Doris Stump von UN Women Switzerland und Doro Winkler von der FIZ-Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration. Moderation: Sascha Lara Bleuler. Ausverkauft! Verlosung Der Züritipp verlost 5 × 2 Tickets für die Matinee von So, 30.10., 10 Uhr, im Corso 4. Schicken Sie ein SMS mit dem Kennwort WHISTLE, Name und Adresse bis Freitag, 28.10., 14 Uhr an die Nummer 4488 (1 Franken pro SMS). Gratis per Mobile: http://wapteilnahme-online.vpch.ch/ZUR72331

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