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Mit Böllerschüssen böse Geister vertreiben

Im Knabenverein Watt können nur Junggesellen Mitglied sein. Wenn einer von ihnen heiratet, krachen Böllerschüsse.

Regensdorf. - Niemand weiss so recht, seit wann es den Knabenverein in Watt gibt, und ein Verein im juristischen Sinn ist er auch nicht, es gibt nämlich keine Statuten. Früher war dennoch alles klar: Die Watter Burschen waren Mitglied im Knabenverein, und dies bis sie heirateten. Weit über die Watter Grenzen hinaus, wusste man: Wenn es um 5 Uhr morgens krachte, dann hatte einer geheiratet. Mit den Böllerschüssen vertrieb man böse Geister und wünschte dem jungen Paar viele Kinder.

Doch mit der Zeit nahmen dann die Beschwerden über die Nachtruhestörungen zu. Schliesslich habe man sich arrangiert und schiesse nun eine Stunde später und nicht mehr so oft, sagt Knabenvereins-Sprecher André Frei.

Vorgefahren mit dem Traktor

Aber auch beim Heiraten habe sich so manches verändert. «Die einen heiraten nur zivil, andere heiraten erst Wochen oder Monate später in der Kirche und manche haben Kinder, ohne dass sie geheiratet haben», sagt Frei. «Und wann soll dann die Böllerei stattfinden?»

An Hochzeitstagen unterwegs sind die Watter Männer mit ihrem Vereinsfahrzeug, einem alten Traktor samt liebevoll und zweckmässig eingerichteten Wagen. Ausser bei Hochzeiten tritt der Knabenverein am Junggesellensilvester in Aktion. Jeweils in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember wird aufgeräumt, wo dies nötig erscheint. Alles, was herumliegt, wird gesammelt und auf dem Dorfplatz zu kunstvollen und originellen Türmen und Haufen geschichtet. Die Besitzer können ihre Sachen dort wieder abholen - oft unter den belustigten Blicken der Bevölkerung.

Watter Junggesellen und ihr Vereinsgefährt, rechts die Mörser für die Hochzeitsböller.

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