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Mehr Geld für die Integration behinderter Kinder

Gemeinden, die behinderte Kinder in der eigenen Schule aufnehmen, sollen künftig Geld vom Kanton erhalten.

Kanton will Gemeinden entgegenkommen Von Liliane Minor Zürich – Heute stehen Schulgemeinden vor einem finanziellen Dilemma, wenn sich bei einem behinderten Kind die Frage stellt: Regel- oder Sonderschule? Zwar ist die Sonderschulung mit Kosten von rund 55 000 Franken pro Jahr oft deutlich teurer, aber der Kanton bezahlt daran knapp ein Drittel. Anders sieht die Sache im Falle einer Integration aus. Will eine Schule ein behindertes Kind in eigener Verantwortung in die Regelschule aufnehmen, fallen die Kantonsbeiträge weg. Der Kanton zahlt nur dann mit, wenn das Kind trotz integrativer Schulung faktisch in der Verantwortung der Sonderschule bleibt. In diesem Fall verbleibt aber auch die Verwendung der Kantonsbeiträge in der Verantwortung der Sonderschule. Flexible Lösungen ermöglichen Für viele Gemeinden ist das keine befriedigende Lösung. «Der Kanton behauptet gross, er gebe den Gemeinden mehr Verantwortung für behinderte Kinder», sagt Corinne Thomet, CVP-Kantonsrätin und Schulpräsidentin von Kloten, «aber gleichzeitig spart er auf unsere Kosten.» Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamts, hat Verständnis für diese Kritik. Und er verspricht Besserung – sofern der Kantonsrat das entsprechende Gesetz so verabschiedet, wie es sich die Bildungsdirektion vorstellt. Demnach sollen die öffentlichen Schulen, wenn sie behinderte Kinder in eigener Verantwortung aufnehmen, künftig Anspruch auf einen Kantonsbeitrag haben. Damit sollen die Gemeinden flexibler werden. «Diesen Beitrag können sie so einsetzen, wie sie es für sinnvoll erachten», erklärt Wendelspiess. «Sie können damit heilpädagogische Unterstützung finanzieren, aber auch Schulklassen verkleinern.» Die neue Bestimmung soll noch im Winter dem Kantonsparlament unterbreitet werden. Gleichzeitig will der Kanton den Mangel an Heilpädagoginnen und Heilpädagogen im Kanton Zürich beheben. Um den Bedarf zu decken, bräuchte es im Kanton rund 900 Vollzeit arbeitende Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. Heute arbeiten im Kanton zwar bereits 1200, die meisten aber Teilzeit. «Viele Kinder erhalten längst nicht die Förderung, die angemessen wäre», kritisiert Thomet. Die Kinder würden von Hilfskräften statt von Fachleuten betreut. Die Situation soll sich aber bald entschärfen: Statt wie früher nur 25 werden heute im Kanton Zürich pro Jahr gut 100 Heilpädagoginnen und Heilpädagogen ausgebildet. Ab kommendem Studienjahr sollen auch die Ausbildungsbedingungen verbessert werden.

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