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Mehr als nur ein Jäger in der Kammer

In den letzten Jahren stieg die Anzahl Schädlinge wie Ratten, Wanzen und Wespen deutlich. Der Bäretswiler Roman Dändliker hat darum alle Hände voll zu tun.

Von Elke Wiebalck Oberland – Sommerzeit ist Insektenzeit: Wespen machen einem das Erdbeertörtchen streitig, und Mücken verwandeln romantische Sommerabende in Albträume. Noch schlimmer wirds, wenn diese Störenfriede ins Haus einziehen. Wer morgens mit juckenden Stichen aufwacht oder in der Küche Ameisenstrassen entdeckt, ist in seiner Wohnung definitiv nicht mehr allein. Schädlinge dank Ferienreisen In den letzten Jahren seien die Zahlen ungebetener Gäste wie Ratten, Bettwanzen oder Kakerlaken deutlich gestiegen, sagt Roman Dändliker, Leiter des Unternehmens für Schädlingsbekämpfung Biozida in Bäretswil. Und dies trotz steigender Hygienestandards. Der Grund, betont Dändliker, liege eben oft nicht an fehlender Hygiene im Haus. Schuld an der Zunahme der Ungeziefer sei vielmehr unser verändertes Reiseverhalten. «Aus den Ferien werden manchmal mehr als nur schöne Erinnerungen mitgebracht. Im Gepäck können sich Bettwanzen verkriechen, im Proviant Lebensmittelmotten», sagt Dändliker. Diese kleinen Viecher kommen dann ins Haus und können sich unter Umständen vermehren. Findet nun jemand im Haus ein Wespennest, eine Kolonie Kakerlaken oder eine Schar Silberfischchen, ist es an der Zeit, Hilfe bei Profis zu suchen. Deren Beruf nennen viele immer noch Kammerjäger. «Die Bezeichnung kommt von früher. Der jagt halt in der Kammer, nicht im Wald», meint Dändliker lachend. Selber bezeichnet er sich als Schädlingsbekämpfer. Die Schädlinge liessen sich in drei Kategorien aufteilen. Die einen beschädigten Lebensmittel, beispielsweise die Dörrobstmotte. Jeder Mensch würde irgendeinmal Bekanntschaft mit diesem Plagegeist machen. «Wer die bräunlichen Motten und deren Larven im Küchenschrank findet, soll unverzüglich alle befallenen Lebensmittel entsorgen», sagt Dändliker. In gewissen Fällen reiche dies nicht, und ein Experte müsse zugezogen werden. Ein anderer Typ sei der Hygieneschädling. Kakerlaken und Fliegen können Salmonellen und Keime auf Menschen übertragen und somit grossen gesundheitlichen Schaden anrichten. Auch Materialschädlinge wie die Kleidermotte, die sich von Textilstoffen in Teppichen oder Kleidern ernährt, komme immer wieder in Haushalten vor. Am häufigsten rückt Dändliker wegen Ameisen und seit neustem auch vermehrt wegen Bettwanzen aus. Im Winter erhalte er auch viele Anfragen wegen Mäusen und Ratten, die wegen der Kälte in Häusern Unterschlupf suchten. Verschiedenste Methoden Je nach Schädling und Ausmass des Befalls wählt der Profi eine effiziente Bekämpfungsmethode. Auch der Ort, an welchem sich das Ungeziefer niedergelassen hat, spielt eine Rolle. In der Küche sind chemische Stoffe oder Gifte beispielsweise tabu. Eine gute Methode sei das Schockgefrieren, sagt Dändliker. «Die Insekten werden bei minus 80 Grad eingefroren. Hierbei müssen keine Giftstoffe eingesetzt werden, und die Technologie ist für den Menschen ungefährlich.» Der Bäretswiler Schädlingsbekämpfer würde sich wünschen, dass seine Berufskollegen in Zukunft immer mehr auf biologische Verfahren setzten. Noch würden zu viele Pestizide versprüht und Giftköder verteilt. «Eine andere, rein biologische Methode wäre, ein Tier gegen ein anderes einzusetzen, wie beispielsweise Katzen gegen Mäuse. Beim Befall mit Lebensmittelmotten werden kleine Schlupfwespen gebraucht, die sich von den Motten ernähren.» Auf die Frage, ob danach die Schlupfwespen zum Problem werden, antwortet der Experte, dass, wenn der Wirt weg sei, auch die Schlupfwespen verschwinden. Leider sei es eine aufwendige Methode und brauche Zeit. «Bei den meisten Kunden muss es jedoch schnell gehen.» Auch wer unfreiwillig mit einer Mäusefamilie zusammenlebt und keine Katze hat, kann den Schädlingsbekämpfer anrufen. Dieser schätzt die Situation ein und entscheidet über sein Vorgehen. Giftköder zum Beispiel hemmen die Blutgerinnung der Nager, was zu deren Tod führt. Gemäss Studien sei dies eine schmerzfreie Methode, sagt Dändliker. «Einige Kunden wollen die Mäuse aber nicht vergiften. Sie bestellen bei uns Fallen, in denen die Tiere lebend gefangen werden. Vergessen sie allerdings, die Fallen regelmässig zu kontrollieren und die Mäuse schnell wieder zu befreien, kann dass für diese aber sehr stressig sein.»

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