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Lokale Impfzentren bei der Schweinegrippe eher unwahrscheinlich

Im Falle einer Pandemie sind die Gemeinden für die Impfaktionen zuständig. Wo die Rafzerfelder hinkönnten, diskutierte am Mittwoch ihr Sicherheitszweckverband.

Rafzerfeld. - Bund und Kanton sind im Falle einer Pandemie federführend. Gewisse Aufgaben delegieren sie jedoch an die Gemeinden. So müssen diese Impfzentren einrichten und sicherstellen, dass die «lebenswichtigen Bereiche» trotz Personalausfällen funktionieren.

Mit Blick auf einen erwarteten Ausbruch der Schweinegrippe im Herbst hat sich der Sicherheitszweckverband Rafzerfeld am Mittwoch des Themas angenommen. In der alljährlich stattfindenden Stabsübung ging es gemäss Verbandspräsident Jürg Sigrist aber nicht darum, konkrete Massnahmen zu bestimmen, sondern um «eine gedankliche Turnübung» für die Führungskräfte von Feuerwehr, Zivilschutz, Polizei, Spitex, Gemeinde- und Werksdienst und anderen Organisationen. Ihre Aufgabe war es, gemeindeweise zu diskutieren, wo sie im Falle einer Pandemie auf Probleme stossen und allfällige Impfaktionen durchführen könnten.

Auf dem Heimweg eine Spritze

In ihrem Grobkonzept schlugen die Eglisauer Zivilschutzanlagen und Räume in den Quartieren vor. Die Rafzer waren für ein noch zu bestimmendes Gebäude im Zentrum und allenfalls einen Standort am Bahnhof für Pendler. Die Wilemer bezogen sich auf die guten Erfahrungen bei Blutspendeaktionen im Schulhaus Landbüel. In Hüntwangen drängt sich das Gemeindehaus auf, in Wasterkingen das Dorfhuus.

Der Zweckverband war sich einig, dass Gesundheitsbetriebe und Schulen ihre Impfaktionen vor Ort durchführen sollten. Betagte und Gehbehinderte würden besucht oder in die Impfzentren gefahren. Priorität hätten im Falle der Schweinegrippe Risikogruppen wie Schwangere, Kleinkinder und ältere Menschen. Die Zivilschutzorganisation (ZSO) könnte Fahrdienste und Aufbauarbeiten übernehmen. Deren Ressourcen sind aber beschränkt. Die ZSO ist derzeit nur 39 Mann stark. Das Soll beträgt 100 Angehörige. «Grund ist ein Rückstand bei den Rekrutierungen, gegen den wir aber nichts ausrichten können», sagt Jürg Sigrist.

Besser besetzt ist die Feuerwehr Rafz/Wil mit 80 Angehörigen. Gemäss Kommandant Alex Schweizer kommen bei 90 Prozent der Einsätze nur 10 bis 15 Feuerwehrleute zum Einsatz. In den Altersheimen würden Ausfälle beim Personal durch ein reduziertes Angebot kompensiert. Möglich wäre, nur einfache und vorbereitete Mahlzeiten zu servieren. In den Pflegezentren wie in den Verwaltungen ist mit einer Zunahme von telefonischen Anfragen zu rechnen. Der Gemeinde käme zudem eine zentrale Rolle bei der Erfassung der geimpften Bevölkerung zu.

Bei Engpässen könnten Mitarbeitende aus anderen Abteilungen oder auch ehemalige Angestellte aushelfen. So auch bei den Werkbetrieben, die jedoch grösstenteils von externen Firmen abhängig sind, wie etwa beim Strom, bei der Telefonie und bei der Entsorgung von Abfall. Priorität hätten die Wasserversorgung und die Bestattungen.

Genügend Ärzte für Impfaktionen

Unklar war dem Zweckverband, wer die Bevölkerung impfen dürfte. Laut Urs Rüegg, Sprecher der Gesundheitsdirektion Zürich, kommen dafür nur Ärzte und das dafür ausgebildete Gesundheitspersonal infrage. Der Bestand sei gross genug, um eine erste Welle - voraussichtlich per Mitte oder Ende Oktober - zu bewältigen. Aktuelle Umfragen des Bundes ergaben, dass sich derzeit maximal 30 Prozent der Bevölkerung impfen lassen würden. «Das ist mehr als bei der saisonalen Grippe, die Impfung wäre aber immer noch wie bei einer solchen über die Arztpraxen zu bewältigen», sagt Rüegg. Flächendeckende Impfzentren müssten die Gemeinden erst bei einer Nachfrage von etwa 80 Prozent der Zürcher einrichten. Das sei eher unwahrscheinlich und nur denkbar, wenn das Virus gefährlicher werden und sich die Angst einer Ansteckung vergrössern würde.

Selbst bei einem solchen Ausmass könnten ausreichend Ärzte aufgeboten werden, sagt Rüegg. Wie viele nötig wären, hänge davon ab, wie oft sich jeder Einzelne impfen lassen muss - und ob die Spritzen den Impfstoff bereits enthalten oder dieser zunächst aufgezogen wird. Die verschiedenen Varianten habe man durchgerechnet.

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