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Lob, beste Wünsche für die Zukunft und ein unverwüstliches Geschenk

100 Jahre Spital Wetzikon Wetzikon – Das Spital Wetzikon ist in Festlaune. Heute Samstag öffnet es zum 100. Geburtstag seine Türen fürs Volk, gestern feierten die 689 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und am Donnerstagabend trafen sich 230 Geladene aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen zum Festakt. Der Prominenteste erschien allerdings nicht: Militärminister Ueli Maurer (SVP) hatte kurzfristig abgesagt. * Wer kam, konnte sich nicht verstecken. «Achtung, Frau Gemeindepräsidentin!», schrie Archibald Brand, der den Zugang zum Apéro bewachte, als die Sternenberger Gemeindepräsidentin und Kantonsrätin Sabine Sieber (SP) Einlass begehrte. Brands Uniform war mit «Securifass» angeschrieben, eine «Belachungsgesellschaft, wie das Mitglied der Basler Künstlervereinigung Comediazap erklärte. Die Variété-Truppe sorgte mit Clownerien, Parodien und Artistik für gute Stimmung. * Zum Hundertsten gönnte sich das Spital von Verwaltungsratspräsident, Kantonsrat und Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP, Gossau) einen Granitbrunnen vor dem Haupteingang. Um das Werk des Egger Bildhauers Thomas Hunziker zu enthüllen, war Anna Egli-Tellenbach extra aus Fischenthal angereist. Die Ehre hat sie sich mit ihrem Alter verdient: Sie ist eine von sechs Oberländerinnen, die wie das Spital dieses Jahr 100-jährig wurden. Die rüstige Seniorin nahm den Rummel gelassen, liess sich vom kantonalen Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) am Arm führen und genoss das Rampenlicht. Ihre Gesundheit sei bestens, meinte sie, das Spital Wetzikon kenne sie nicht von innen. «Letztmals im Spital war ich in Wald.» * Das kleine Akutspital Wald gibt es seit Anfang 1998 nicht mehr. Es war das erste, das dem «Orkan Verena», wie sich GZO-Spitaldirektor Andreas Gattiker ausdrückte, zum Opfer fiel. Die damalige Gesundheitsdirektorin und heutige Ständerätin Verena Diener (GLP) hatte die Oberländer Spitallandschaft gehörig umgepflügt. Nach Wald verschwanden auch die Spitäler Bauma, Pfäffikon und Rüti. Geblieben sind die beiden grössten Schwerpunktspitäler im Kanton, Uster und Wetzikon. Beide müssten nicht um die Zukunft fürchten, beruhigte Dieners Nachfolger Thomas Heiniger, «wenn sie gut kooperieren». Der Ustermer Spitaldirektor Andreas Mühlemann interpretierte diesen Wink mit dem Zaunpfahl als Bestätigung. «Wir arbeiten ja bereits freundnachbarlich zusammen.» Ein Spital allein könne das riesige Einzugsgebiet gar nicht abdecken. Sein Wetziker Kollege Andreas Gattiker gab sich vorsichtig. «Die Wege der Politik sind unergründlich.» Und verschwieg nicht, dass er von Heinigers auf den Kanton Zürich beschränkter Spitalplanung wenig hält. «Wir müssen über die Grenzen schauen und die Spitäler Uznach und Lachen einbeziehen.» * Und die Rivalität zwischen Uster und Wetzikon? «Ich verstehe mich nicht als Konkurrent», versicherte Mühlemann. Um kurz darauf anzufügen, sein Spital sei inzwischen 127-jährig. Das brachte seinen Wetziker Kollegen aber nicht in Verlegenheit. Die Geschichte seines Spitals reiche bis 1879 zurück, liess Gattiker die Festgemeinde wissen. Damals gründete Pfarrer Josias Flury den Gemeindekrankenverein mit der Absicht, eine Krankenstube einzurichten. Vergangene Zeiten. Heutige Patienten sind keine ahnungslosen Hilfesuchenden mehr, sondern anspruchsvolle Kunden. Deshalb hören Direktor Gattiker, Ärzte und Pflegepersonal gern, was der Wetziker Gemeindepräsident Urs Fischer (FDP) über seinen letzten Spitalaufenthalt vor zweieinhalb Jahren berichtete: «Ich wurde perfekt behandelt.» Fischer hatte sich während eines Fussballmatches mit dem Wetziker Gemeinderat gegen eine Auswahl von Chilbi-Schaustellern am Meniskus verletzt. * Auch aus Pfäffikon gab es Lob aus berufenem Mund. «Die ausgezeichnete Notfallaufnahme war für mich überlebenswichtig», sagte die ehemalige Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP), die nach ihrem schweren Velounfall in Wetzikon eingeliefert worden war. Zuvor hatte sie bereits eine Lungenentzündung auskuriert. Das Spital verbindet sie aber auch mit Erfreulichem: «Hier hat meine Schwiegertochter zwei Kinder zur Welt gebracht.» Walter Sturzenegger

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