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Letzte Molki steht vor dem Aus

Die Hüttner Molki soll zu einer Wohnung umgebaut werden. Denn es wird keine Milch mehr verarbeitet. Und ein neuer Pächter fehlt.

Von Moritz Schenk Hütten – Die Molkereigenossenschaft Hütten baut ihre Molki mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer Wohnung um. Den Entscheid für den Umbau haben die 24 Genossenschaftsmitglieder einstimmig gefällt. Bis Anfang 2009 wurde gut die Hälfte des Rohzigers für die Glarner Schabzigerproduktion in Hütten produziert. Die dafür verwendete Milch stammte von den Bauern der Molkereigenossenschaft Hütten. Seit Mai 2009 lassen die 18 Milchproduzenten der Molkereigenossenschaft Hütten ihre Milch jedoch wie die meisten Bauern in der Region vom Tanklaster der überregionalen Nordostmilch AG abholen. Hütten betrieb mit ihrer Molki die letzte Verarbeitungsstelle im Bezirk Horgen, die unabhängig von den Grossisten arbeitete. Die Molkerei steht seit eineinhalb Jahren leer, Milch wird keine mehr verarbeitet. Der Umbau in eine 4½-Zimmer-Wohnung kostet die Genossenschaft rund 600 000 Franken. Noch bis vor kurzem suchten Staub und weitere Genossenschaftsmitglieder nach einem neuen Pächter, der die Milchverarbeitung in der Molkerei hätte weiterführen können. Sie planten, auf Käseproduktion umzusatteln. Ein Interessent wurde zwar gefunden, doch dieser sprang wieder ab. Um den Betrieb für die Käseproduktion umzurüsten, wären nämlich Investitionen von 4,5 Millionen Franken für einen Neubau nötig gewesen. Dem Pächter und dessen Bank war dies ein zu grosses Risiko. Staub steht heute hinter dem Umbau der Molki zur Wohnung. Eine leise Hoffnung, dass die Produktion doch wieder aufgenommen wird, hegt er aber immer noch: «Wenn wir einen Investor fänden, der uns beim Umbau für die Käseproduktion unterstützen würde, könnten wir die Molkerei retten.» Sein grösster Traum wäre, in Hütten einen Käse zu produzieren mit Milch von Kühen, die alle noch Hörner haben.

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