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Landtausch in Erlenbach war vergebens

Um auf ihrem Grundstück mehr Wohnungen bauen zu können, hat die Gemeinde zusätzliches Land erworben. Doch nun geht die Rechnung nicht auf.

Von Michel Wenzler Erlenbach – Die Idee ist gut gemeint: Die Gemeinde Erlenbach will auf der Allmend günstige Wohnungen für den Mittelstand bauen. Und um zwei bis drei zusätzliche Mietwohnungen erstellen zu können, tauschte sie mit dem Segen der Gemeindeversammlung einen 618 Quadratmeter langen Landstreifen ab, der den Erben Kihm gehörte. Doch nun stellt sich heraus, dass es trotz des Tauschs nicht mehr Wohnungen geben wird. Grund dafür ist ein Versäumnis beim Architekturwettbewerb. Bei der Vorprüfung der eingereichten Projekte schauten die beigezogenen Experten nicht darauf, ob die Architekten den Landstreifen für die optimale Ausnützung überhaupt benötigen. Land nicht optimal ausgenützt Das hat Folgen: Alle zehn Projekte, die beim Architekturwettbewerb eingereicht wurden, fallen kleiner aus als eigentlich gewünscht. Vier davon – unter anderem auch das Siegerprojekt «Salamander», das vier trapezförmige Bauten mit 24 Wohnungen vorsieht – könnte man sogar ganz ohne das Tauschland realisieren. Nach Ansicht des Gemeinderats sollte jedoch beim Bau günstiger Mietwohnungen jeder Quadratmeter genutzt werden. Dass dies nicht schon vor der Jurierung des Wettbewerbs berücksichtigt wurde, bezeichnet der Gemeinderat in einer Mitteilung als «unverständliches Versäumnis». Das Projekt nachträglich zu vergrössern, sei schwierig, sagt Gemeindeschreiber Hans Wyler auf Anfrage. Denn der Spielraum sei beschränkt. Zum einen ragt nördlich der Sandfelsenstrasse eine Privatparzelle ins Gemeindeland hinein. Zum anderen legt die Gemeinde Wert auf einen Mix von Wohnungen mit 2½ bis 5½ Zimmern, die sich zu einem Drittel an ältere Personen, zu zwei Dritteln an Familien richten. Bei einer Veränderung des Projekts wäre diese Mischung – der auch die Gemeindeversammlung zugestimmt hat – nicht mehr gewährleistet. Tausch rückgängig machen Der Gemeinderat versucht nun, den Landtausch mit den Erben Kihm rückgängig zu machen. Ob dies gelingt, ist ungewiss. Erste Gespräche seien am Laufen. Parallel dazu klärt die Gemeinde ab, wo genau die Verantwortung für den Fehler liegt und wer allenfalls die Haftung dafür übernehmen muss. So oder so verzögert sich das Projekt. Es wird nicht mehr vorangetrieben, bis Klarheit darüber herrscht, ob die Gemeinde den Landabtausch rückgängig machen kann. Ursprünglich war geplant, den Baukredit im September an die Urne zu bringen. Dies ist nun frühestens im November möglich.

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