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Lagerkoller im Parlament

Bern direkt Mario Fehr* Am Montag werden die Departemente im Bundesrat neu verteilt. Selbstverständlich ist es ärgerlich, wenn der neu zusammengesetzte Bundesrat per Mehrheitsentscheid gleich an der ersten Sitzung die eigenen Spielregeln verletzt. Trotzdem ist das, was danach passiert, höchstens damit erklärbar, dass in der letzten Sessionswoche so etwas wie ein Lagerkoller Einzug hält. Viele im Parlament sind – wie in einem Klassenlager, das zu lange dauert – gereizter und reizbarer als üblich. Mit Verbissenheit dreschen zwei Parteipräsidenten öffentlich aufeinander ein. Dass der eine den anderen einklagen will, weil dieser ihn einen Lügner gescholten hat, ist für schweizerische Politik eher ungewöhnlich. Ich glaube nicht, dass so geführte Auseinandersetzungen die Glaubwürdigkeit der Politik insgesamt zu stärken vermögen. Da ist mir der Dienstag schon in besserer Erinnerung. Ich breche sehr früh in Adliswil auf, um Punkt 8 Uhr in Bern zu vertreten, dass die Kantone in ihren Hundegesetzen strengere Bestimmungen als der Bund beibehalten können. Das ist für den Kanton Zürich wichtig, weil hier die Stimmberechtigten in einer Volksabstimmung ein griffiges kantonales Hundegesetz gutgeheissen haben. Danach folgt ein sehr langer Arbeitstag mit Ratsdebatten, Besprechungen, Sitzungen, Telefonaten und den Vorbereitungen auf den Abend: Im Zürcher Volkshaus tagt die Delegiertenversammlung der SP des Kantons Zürich. Ich werde nach einer gehaltvollen und in bestem Sinne kontroversen Diskussion als Kandidat für den Regierungsrat nominiert. Darüber freue ich mich sehr. Ich weiss aber gleichzeitig, dass ich hart arbeiten muss, um das Vertrauen der Zürcher Bevölkerung zu gewinnen. Ich spüre die grosse Verantwortung, die ein Regierungsamt mit sich bringt und meine Bereitschaft, diese Verantwortung bei einer Wahl auch wahrzunehmen. * Der Adliswiler SP-Nationalrat Mario Fehr (52) berichtet abwechselnd mit dem Horgner Nationalrat Thomas Weibel (GLP) von der Session der eidgenössischen Räte in Bern.

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