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Kurze Umfahrung statt Autobahn

Die Organisation Lebensraum Oberland will den Autobahnanschluss aus dem Richtplan streichen und schlägt zwei Alternativen vor.

Von Thomas Zemp Die Oberlandautobahn wird nicht nur vor Bundesgericht bekämpft, sondern neu auch über den kantonalen Richtplan. Dieser liegt noch bis Mitte April öffentlich auf. Nun verlangt die Organisation Lebensraum Oberland (Leo), die Oberlandautobahn zwischen Oberuster und dem Hinwiler Betzholz aus dem Richtplan zu streichen. Damit wäre das fehlende Autobahnteilstück endgültig Geschichte, denn ohne Eintrag im Richtplan kann sie nicht gebaut werden. Mit den Einwendungen schickt Leo gleich einen Vorschlag an die Baudirektion: Sie fordert eine «Kurzumfahrung Aathal und Unterwetzikon». Diese Idee wurzelt in den 1980er-Jahren. «Leider wurde sie von der Baudirektion nie geprüft», sagt Paul Stopper von Lebensraum Oberland. Stopper ist Verkehrsplaner und sass von 1979 bis 1991 für den Landesring im Kantonsrat. «Wir versuchen mit unserer Einwendung, zum Denken anzuregen.» Denn Stopper und seine Mitstreiter glauben nicht, dass die Oberlandautobahn je finanziert werden kann. Dass der Bund die Baukosten übernehme, sei eine «waghalsige Annahme». «Wir müssen endlich vom hohen Ross herunterkommen.» Die Autobahn sei zudem weder umwelt- noch landschaftsverträglich. Lebensraum Oberland hofft, dass die Baudirektion auf ihre Vorschläge einschwenkt und sie im neuen Richtplan aufnimmt. Der Regierungsrat wird ihn gegen Ende Jahr verabschieden. Sollte die Autobahn immer noch im Richtplan aufgeführt sein, setzen die Oberländer ihre Hoffnung auf den Kantonsrat: 2012 wird zuerst die Kommission über die Vorschläge beraten, später dann das Parlament. Schliesslich muss der Bundesrat den Richtplan absegnen. Zwei Varianten Die Oberländer Organisation fordert in ihren Einwendungen als Alternative zur Autobahn die «Kurzumfahrung Aathal und Unterwetzikon» oder aber eine «Nordvariante». Kurzumfahrung: Es sollen in Aathal und Unterwetzikon kurze Strassenumfahrungen und Tunnels erstellt werden – als Kantonsstrassen. So hätte der Kantonsrat das Sagen. Und bei einem Referendum auch das Volk.Nord-Variante: Sie basiert auf einem Tunnel in Unterwetzikon. Die Entlastungsstrasse zwischen dem Wetziker Schöneich und dem Hinwiler Betzholz kommt entweder auf die bestehende Verbindungsstrasse oder parallel dazu zu liegen. Damit würden auch die angrenzende Drumlinlandschaft und die Moorlandschaft geschützt. Die Pläne für die Oberlandautobahn sind alt: Eine erste Linienführung wurde 1965 festgelegt, die heute geplante Variante 1995 im kantonalen Richtplan aufgenommen. «Wir wollen nichts unversucht lassen, um die Autobahn zu verhindern», sagt Stopper. Leo kämpft seit 1999 dagegen an. «Vielleicht macht es ja nun endlich einmal Klick bei einigen Leuten.»

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