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Kunstwerke als antipasti

Gastronom Rudi Bindella hat das Amalfi im Seefeld veredelt. Speise- und Weinkarte führen nach Süditalien.

von michael lütscher (text) und Thomas Burla (Bild) Italienisch Wohlproportionierte Leuchter an den Decken und kleine Kerzen auf den Tischen sorgen für warmes Licht im neu eröffneten Amalfi. Erst auf den zweiten und dritten Blick entdeckt man die gestalterischen Neuerungen: weisse Wände, Thonet- und Horgen-Glarus-Stühle, eine glänzende Bar aus Messing &endash sowie Gips- und Bronzeskulpturen des Künstlers Rolf Brem. Über uns schaut Lucie, die Tochter des Künstlers, von der Wand, Büsten von Günter Grass oder Hugo Lötscher blicken auf andere Tische. Der kunstsinnige Gastronom Rudi Bindella hat hier eine gediegene Atmosphäre geschaffen. Dazu gehört, dass er und seine Gattin am Abend unseres Besuchs selbst hier dinieren. «Authentische Speisen aus der Campania und Süditalien» lautet das Programm; doch die Pizza, diesen süditalienischen Welthit, hat man aus dem Angebot verbannt. Es gibt viel Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und nicht alltägliche Pasta (etwa Ravioloni, mit Ricotta und Eigelb gefüllt und mit Sommertrüffeln bestreut). Unsere «Zuppa di pesce allo zafferano» (16 Fr.) wird den geweckten Erwartungen gerecht. Es ist eine schlanke Suppe, die trotz dem Einsatz von Tomaten auch nach Safran schmeckt und in der viel, viel Meeresgetier schwimmt: Mies- und Venusmuscheln, Crevetten, Polpi und Stücke vom Thunfisch. Man wird davon fast schon satt. Der «frisch aufgeschnittene Thunfisch» (25 Fr.) an Gemüse-Dill-Vinaigrette ist etwas gar frisch, nämlich zu kalt. Das Lammkarree (40 Fr.) kommt sehr rot, offenbar bei Niedrigtemperatur gegart, auf den Tisch, was schön aussieht und gut schmeckt, auch wenn der Empfänger lieber mehr Bräune gehabt hätte. Das Kalbskotelett (48 Fr.), auf der Karte als Spezialität des Hauses geführt, ist perfekt gebraten, aussen braun, fast knusprig, innen rosa &endash aber leider auch recht fad. Die Weinkarten sind in Restaurants der Bindella-Gruppe ein sicherer Wert. Das Amalfi hat süditalienische Weine im Fokus. Weil wir uns da weniger gut auskennen als im Norden des Stiefels, lassen wir uns beraten. Der Chef de Service empfiehlt uns eine Flasche Bocca di Lupo aus Apulien (75 Fr.) &endash einen körperreichen, eleganten Rotwein. Wir sind zufrieden. Offen ist nur noch die Frage: Was sollen wir zum Dessert nehmen? Zur Auswahl stehen italienische Klassiker. Sie habe zwar noch keines probiert, sagt die Kellnerin, aber sie empfehle uns das Tiramisù (10 Fr.). Wir befolgen den Rat &endash und sind glücklich mit dieser sehr geschmeidigen Variante der Süssigkeit. Wein und Essen werden im neuen Amalfi vor Skulpturen von Rolf Brem serviert. Mo &endash So 11.30 &endash 23.30 Uhr Hauptgerichte 22 &endash 49 Franken

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