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Künstler besetzen Luxusklinik

Eine zehnköpfige Künstlergruppe lebt seit Mittwoch in der Küsnachter Klinik St. Raphael.

Von Patrik Berger und Michel Wenzler Küsnacht – Es ist ruhig im Innenhof der ehemaligen Klinik St. Raphael in Küsnacht. Die meisten Fensterläden des leer stehenden Gebäudes sind heruntergelassen. Doch hinter der verschlossenen Glastür sieht man Gestalten durch die Gänge huschen. Und ein weisses Transparent beim Eingang macht unmissverständlich klar, dass sich in dem exklusiven Wohnquartier oberhalb Küsnacht Ungewohntes ereignet: «Besetzt» steht auf dem Papier, und ein junger Mann um die dreissig bestätigt aus einem Fenster im ersten Stock, dass sich zurzeit eine Gruppe junger Künstler in den Räumen einrichtet. Mehr ist den Hausbesetzern nicht zu entlocken, ausser, dass sie keine bösen Absichten hätten und die Aktion nicht politisch motiviert sei. Aus einem Brief an die Polizei, der dem «Tages-Anzeiger» vorliegt, geht aber hervor, wie sich die Gruppierung nennt: Collective Saint Raphael. Sie freue sich, der Polizei mitzuteilen, dass sie die Liegenschaft an der Hinterzelg 85 besetzt habe, steht dort. Gemäss dem Schreiben ist die Gruppe am Mittwoch in die Klinik eingezogen. Bei Fragen seien die Künstler jederzeit erreichbar. Die angegebene Handynummer ist in den Niederlanden registriert. Rücksicht auf Nachbarn Die Besetzer wollen die alte Klinik alsWohnraum benutzen – und versprechen, auf die Nachbarn Rücksicht zu nehmen und Lärm zu vermeiden. Mit den Eigentümern der Klinik stünden sie in Kontakt, um einen Zwischennutzungsvertrag auszuhandeln, bis das Gebäude anderweitig genutzt werde. Die Klinik gehört zu einem Teil der Klinik Pyramide in Zürich. Laut Beat Huber, dem Direktor der Pyramide, haben sich die Besetzer aber noch nicht mit den Eigentümern in Verbindung gesetzt. «Es ist mir ein Rätsel, weshalb sie dies behaupten», sagt er. Die Privatklinik war aus der Paracelsus-Klinik im Zürcher Seefeld hervorgegangen. Seit Sommer 2008 steht sie leer. Das Land – rund 25 000 Quadratmeter – steht zum Verkauf. Es handelt sich allerdings nicht um frei nutzbares Bauland. Das Grundstück liegt in der Zone für öffentliche Bauten. Denkbar wären dort Schulhäuser, oder Alterswohnungen.

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