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Klotens Chance liegt im Feuer

Die Flyers wollen die Emotionen des gewonnenen Halbfinals heute nach Davos mitnehmen.

Von Etienne Wuillemin, Kloten Es ist der Morgen nach der leidenschaftlich erkämpften Finalteilnahme. Die Stimmung bei den Flyers ist hervorragend. Beine und Kopf sind zwar noch müde. Die Nacht war kurz. Und doch sind nur frische und fröhliche Gesichter zu sehen. Mittendrin steht Trainer Anders Eldebrink, blendend aufgelegt. Er lobt noch einmal die starke Leistung von Bell, der so sehr in der Kritik stand. Er erzählt von der «besten Atmosphäre im Stadion» seiner mittlerweile sechs Klotener Jahre. Und er witzelt über seine Krawatte, die er am Dienstag zum ersten Mal in der Saison trug – und nicht mehr ablegen wird, bis die Meisterschaft entschieden ist. So viel Aberglaube muss sein. Dann atmet Eldebrink tief durch. Sein Fokus gilt ab sofort dem HCD, der Revanche für die verlorene Finalserie von 2009. «Wir hätten den Titel verdient damals», sagt er. Wohl auch im Wissen darum, dass er in diesem Jahr kaum einfacher zu gewinnen ist. Das wird dann deutlich, wenn Eldebrink über die Bündner spricht: «Beste Ausländer der Liga. Beste Schweizer der Liga. Bester Trainer – der HCD ist das Mass aller Dinge!»Ein Rezept, diese Bündner Übermacht zu stoppen, hat Eldebrink aber ebenfalls bereit: «Mit dem Feuer vom Dienstag haben wir eine Chance.» Er verlangt von seinem Team viel «Nord-Süd-Eishockey». Also mehr direkten Zug zum Tor anstatt Querpässen. «Und dann versuchen wir, irgendwie ein Spiel in Davos zu stehlen. So, wie uns das in Bern auch gelungen ist.» Eldebrinks Lob für Del Curto Ganz unabhängig vom Ausgang der Saison freut sich Eldebrink darüber, dass sich im Final mit Arno Del Curto und ihm zwei europäische Trainer gegenüberstehen. «Es ist ein gutes Zeichen für das Schweizer Eishockey, dass verschiedene Philosophien Erfolg haben können.» Letztes Jahr duellierten sich die Kanadier Larry Huras (SC Bern) und Chris McSorley (Servette). In Schweden sei das ganz anders. Dort würden alle Trainer auf dieselbe Art und Weise denken, was nicht gut sei. Eldebrink sagt: «Einer wie Arno Del Curto würde dem schwedischen Eishockey gut tun!» Er spricht diese Worte aus Respekt vor der Arbeit von Del Curto in Davos. Und nicht, wie man auch denken könnte, weil für ihn die Chance auf einen Titelgewinn in der Schweiz ohne Del Curto als Konkurrent grösser wäre. Die Hoffnung auf DuPont Immer wieder spricht Anders Eldebrink auch von Micki DuPont. Der Kanadier steht an diesem Morgen während 40 Minuten auf dem Eis. Bisweilen ist ihm im freiwilligen Training kaum anzusehen, dass er noch immer an einem gebrochenen Fuss leidet. «Es geht von Tag zu Tag besser», sagt DuPont. Heute Abend sei noch nicht an ein Comeback zu denken, «die Schmerzen sind zu gross». Aber, und darin sieht Eldebrink eine grosse Hoffnung für die Flyers, im Verlaufe der nächsten Woche möchte er ins Team zurückkehren. Teamarzt Ueli Brunner hat DuPont nach der Diagnose eine Pause von vier Wochen vorausgesagt – diese Zeitspanne läuft am Dienstag ab. Die Absenz von DuPont ist ein Grund für die viele Eiszeit von Nicholas Steiner. Der 19-jährige Verteidiger ging gegen den SCB in der Schlussphase fast nicht mehr vom Feld. «Das hat mich selbst überrascht», sagt er am Tag danach. Und lacht. Steiner erwartet gegen den HCD eine Serie, die «schnell, hart und emotional» wird. Während sich seine Teamkollegen am Nachmittag ausruhen, geht er seiner Ausbildung nach. In Baden absolviert er das KV in einer Anwaltskanzlei. Steiner hat bei den Flyers einen Ausbildungsvertrag bis Ende 2011/12. Nun strebt der Lehrling in den kommenden Tagen bereits die erste Krönung an.Das Rezept dazu? «Wir müssen so wie immer spielen», sagt er selbstbewusst. «Schnell, mit viel Spielintelligenz und guten Schüssen. Das funktioniert. Sonst wären wir ja nicht im Final.» Streicheleinheiten: Felix Hollenstein und Anders Eldebrink. Foto: Reto Oeschger

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