Zum Hauptinhalt springen

Kloten: Fronten im Gipfeli-Streit bleiben verhärtet

Zu viel Lärm und Gestank: Mit diesen Vorwürfen an die Bäckerei Bertschi sind die Anwohner auf Verständnis gestossen. Es lässt sich aber kaum etwas ändern.

Von Alexander Lanner Kloten – Die Informationsveranstaltung zu den «Bäckerei-Emissionen» von Montagabend entpuppte sich als Publikumsmagnet. 50 besorgte Klotener fanden den Weg ins Zentrum Schluefweg. «Ich war überrascht, dass so viele Leute gekommen sind», sagt Stadtrat Max Eberhard, der die Veranstaltung leitete. Zahlreiche Quartierbewohner hatten sich in den letzten Wochen bei der Stadtverwaltung über Lärm- und Geruchsimmissionen der Bäckerei Bertschi beklagt. Nun schritt die Stadt als Vermittlerin im Nachbarschaftsstreit ein. Die Anliegen direkt von den betroffenen Anwohnern zu hören, sei in dieser Sache wichtig, sagt Eberhard. Nur sei es auch schwierig, die Vorwürfe in ein richtiges Verhältnis zu rücken. «Jede Nase reagiert unterschiedlich auf die verschiedenen Düfte. Auch Lärm empfindet jeder anders», sagt Eberhard. Die Messungen hätten zudem ergeben, dass Kloten generell eine sehr laute Stadt sei. Nicht nur die Grossbäckerei Bertschi, auch der nahe gelegene Flughafen sei ein 24-Stunden-Betrieb. Zugeständnisse der Bäckerei Für nächste Woche sind weitere Gespräche geplant. Christian Hertig, Geschäftsleiter der Bäckerei Bertschi, steht neuen Ansätzen offen gegenüber. Obwohl er einräumt, dass nicht mehr viel getan werden kann. Aus rechtlicher Sicht gebe es ohnehin nichts mehr zu diskutieren. Die Bäckerei liegt in der Gewerbezone, wo solche Betriebe auch hingehören. «Wir haben freiwillig bereits viele Zugeständnisse an die Nachbarschaft gemacht», sagt Hertig. Die Fassaden wurden mit schalldämmenden Materialien ausgestattet, die Blechrampen gummiert und die geräuschintensivsten Anlieferungen von 7 auf 8 Uhr verlegt. Die baulichen Massnahmen seien somit ausgeschöpft. Hertig distanziert sich vehement davon, dass es aus seiner Bäckerei stinke. «In heutiger Zeit herrscht vielerorts ein enormer Egoismus. Jeder will beispielsweise mit dem Flugzeug in die Ferien, den Fluglärm will aber keiner haben», sagt Hertig. Schon bevor die Bäckerei Bertschi neben der Ruebisbachhalle ihren neuen Firmensitz in Kloten bezogen hatte, zeichnete sich Widerstand aus der Bevölkerung ab. Das Baubewilligungsverfahren stiess auf reges Interesse. Rund 30 Personen, so viele wie sonst selten bei einem Baugesuch, forderten den Baurechtsentscheid an. Damit wären sie berechtigt gewesen, einen Rekurs einzulegen. Eingegangen ist in der Folge allerdings kein einziger.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch