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Kindergärtler bleiben vorerst im Freien

Die Schule Oetwil feierte den Schuljahresbeginn. Rund 40 Kinder verbringen die ersten zwei Wochen im Wald, da der «Chindsgi» mit Formaldehyd verseucht ist.

Von Simona Triet Oetwil – Auf der Blattenacherwiese des Oetwiler Schulhauses leuchten orangefarbene «Chindsgibändel», Eltern halten ihre Schützlinge an der Hand und warten gespannt auf die Eröffnung des neuen Schuljahres. Schulleiter Ruedi Kunz begrüsst die versammelten Schüler, Eltern und Geschwister, die in einem grossen Kreis auf der Schulhauswiese stehen. Insbesondere heisst er all jene willkommen, die zum ersten Mal das Schulzimmer oder den Kindergarten betreten. Dann winkt er die Erstklässler in den Kreis herein. Ältere Schüler stehen Spalier und halten einen Torbogen aus papiernen Buchstaben, unter dem die stolzen Erstklässler hindurchschreiten. Aus den Lautsprechern ertönt ein Lied, zu dem Schüler und Lehrer kräftig mitsingen. Nach einer Tanzeinlage der Mittelstufenschülerinnen stellt Kunz die neuen Lehrkräfte vor, um danach die aufgeregten Schüler in die erste Pause des neuen Schuljahres zu entlassen. Die Jüngsten hängen ihr «Znünitäschli» um und spazieren an der Hand der Eltern zum Kindergarten Breiti. Unter den Vordächern des Gebäudes nehmen die rund 40 Kindergärtler auf kleinen Stühlen Platz und warten gespannt. «Wir können die nächsten zwei Wochen noch nicht in den Kindergarten hinein», sagt Kindergärtnerin Beatrice Rickenbach und erklärt, dass Bauarbeiter den Boden sanieren. «Das riecht dann nicht gut», ruft ein Kind dazwischen. Ein Nest für Kindergärtler Vor rund einem Monat wurden im Oetwiler Schulhaus erhöhte Formaldehydwerte gemessen. Kurz darauf stellte man fest, dass auch der Boden des Kindergartens Breiti das Gas verströmt, welches zu Reizungen der Schleimhäute und Müdigkeit führen kann. In zwei Wochen soll der Boden des Kindergartens versiegelt und mit Linoleum ausgelegt sein, sodass der Unterricht wieder regulär stattfinden kann. (TA vom 19. 8.) In Absprache mit den betroffenen Kindergärtnerinnen sei nach der besten Ausweichmöglichkeit gesucht worden, sagt Schulleiter Ruedi Kunz. Schnell ist man sich einig gewesen, dass ein Waldkindergarten die optimale Lösung sei. Während der Sommerferien schleppten die Leiterinnen des Doppelkindergartens Material in den Wald und bauten ein riesiges «Nest». Keine negativen Reaktionen Zersägte Baumstämme fungieren als Stühle für die Kinder. Verwebte Äste und Tannenzweige bilden die Wand des Provisoriums. Gegebenenfalls können Blachen über die Waldhütte gespannt werden. Denn auch bei Wind und Wetter werde sie in den Wald gehen, sagt Kindergärtnerin Sonja Hottinger. Sie betrachte diese Alternative als beste Übergangslösung. Die Kindergärtler freuen sich auf die abenteuerlichen Wochen, in denen sie den Wald erkunden können. «Ich kann es kaum erwarten, mit anderen Kindern zu spielen», sagt Liana Hunziker, die gestern ihren ersten Kindergartentag erlebte. Ihre Mutter betrachtet die zwei Wochen Waldkindergarten als Bereicherung. Damit teilt sie die Meinung der meisten Eltern. Laut Ruedi Kunz seien keine negativen Rückmeldungen bei der Schule eingegangen. Oetwiler Eltern sind stolz auf ihre Sprösslinge, die gestern zum ersten Mal den Kindergarten besuchten. Foto: Michael Trost

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