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Kanton lässt Wiese am See in ein Moor verwandeln

Die Fachstelle Naturschutz des Kantons will das Ufergebiet in Feldbach in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen.

Von Nadja Belviso Feldbach – Die Feldbacher Bucht ist in mehrerer Hinsicht etwas Besonderes. Vor 6000 Jahren siedelten an dieser Stelle Pfahlbauer, und noch heute befördern Taucher der Unterwasserarchäologie beachtliche Funde zutage. Bekannt ist die Bucht auch deshalb, weil sich dort das letzte unüberbaubare Stück Land direkt am See befindet. Das Ufer ist mit einem Schilfgürtel gesäumt. Gleich dahinter liegt ein Flachmoor. Als eines der wenigen naturnahen Ufergebiete auf der rechten Seeseite steht das Gebiet seit 2005 unter kantonalem Schutz. Das Flachmoor bietet vielen gefährdeten Pflanzenarten ein Rückzugsgebiet. Das Echte Gnadenkraut, die Lachenals Rebendolde oder der Scharfkantige Lauch etwa wachsen sonst am Zürichsee nur noch auf der Halbinsel Au. Auch die Grosse Schiefkopfschrecke, die in unseren Breitengraden nur selten anzutreffen ist, kommt im Feldbacher Flachmoor noch vor. Doch der Lebensraum dieser Arten ist selbst hier sehr begrenzt. Teile des Feldbacher Moores wurden in den Fünfzigerjahren mit Humus zugeschüttet und als gedüngte Wiese intensiv genutzt. Humus wird jetzt abgetragen Die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich will nun den ursprünglichen Zustand der Bucht wiederherstellen. Mit der Planung dieser Massnahme hat sie das Unternehmen Kerst-Beratungen für Naturschutz und Umgebungsgestaltung aus Uetikon beauftragt. Unter der Leitung von Roeland Kerst werden heute Mittwoch die Bagger auffahren, welche die Aufschüttungen auf dem 7000 Quadratmeter grossen Land- stück wieder abtragen. Je nach Stelle ist diese Schicht zwischen 20 Zentimetern und 1 Meter dick. Der Grundwasserspiegel soll am Ende 10 bis 40 Zentimeter unter der Bodenoberfläche liegen. Dass der fruchtbare Humus verschwindet, ist deshalb wichtig, weil die typischen Moorpflanzen einen nährstoffarmen Boden brauchen. Sie seien wahre Hungerkünstler, sagt Kerst. Damit sich die Pflanzen denn auch schnell auf dem neuen Moor ausbreiten, wird er zusammen mit seinem Team Saatgut und Streuschnitt von der benachbarten Naturschutzfläche nehmen und auf dem renaturierten Gebiet verteilen. Bis sich eine geschlossene Pflanzendecke bildet, dauere es zwei bis drei Jahre. Die Arbeiten sollen Mitte September abgeschlossen sein. Das Grundstück ist in Privatbesitz. Der Eigentümer ist mit den Massnahmen einverstanden. Schon als der Kanton das Gebiet unter Schutz stellte, habe man das Gespräch mit ihm gesucht, sagt Roeland Kerst.

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