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«Ich war überrascht vom Tempo und von der Intensität»

Als Geschäftsführer der Nachwuchs AG ist ZSC-CEO Peter Zahner auch für die Eishockey-Frauen zuständig. Der erste Titelgewinn hat ihm imponiert.

Mit Peter Zahner sprach Kai Müller Peter Zahner, haben Sie den Frauen schon zum Titel gratuliert? Selbstverständlich. Ich war im Stadion und beeindruckt, mit welchem Kämpferherz sie spielten. Sie lagen in allen drei Partien mit drei Toren in Rückstand und gewannen. Das ist einfach sensationell. Wie stufen Sie das Niveau ein? Ich hatte früher beim Verband als Sportdirektor der Nationalmannschaften auch mit dem A-Nationalteam sowie der U-18 zu tun und kann sagen: Das Frauenhockey hat sich enorm entwickelt. Ich war überrascht vom Tempo und der Intensität auf dem Eis. Die Freude ist bei den Frauen einfach spürbar. Geht es weniger verbissen und fairer zu und her als bei den Männern? Das würde ich nicht sagen. Das Spiel gegen Lugano am Samstag war sehr verbissen, es gab sogar eine kurze Schlägerei. Leidenschaft und Emotionen waren durchaus vorhanden. Auch wenn es sich nicht vergleichen lässt mit dem Profibetrieb: Ist der Titel der Frauen zumindest eine kleine Entschädigung für. . . . . . nein, nein, nein. Das darf man auf keinen Fall vergleichen. Das hat nichts miteinander zu tun. Eine Entschädigung für die NLA-Saison der Männer ist es in keiner Art und Weise, aber eine Bestätigung für unsere Arbeit. Für die Nachwuchs AG sind solche Titel wichtig. Ein solcher Erfolg ist nur möglich, wenn ein Team innerhalb des Vereins entsprechenden Kredit geniesst. Das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt ja auch Vereine wie etwa den EV Zug, der das Frauenhockey praktisch aus dem Klub geworfen hat. Wie haben sich die Frauen beim ZSC ihren Stellenwert erarbeitet? Es steht und fällt mit Personen, die sich dafür einsetzen. Wir haben in der Organisation viele Leute, die im Hintergrund mitarbeiten, nicht nur für das LKA-Team – zum Beispiel André und Angelika Weber, die enorm viel machen. Der Titelgewinn ist auch ihr Lohn. Zudem haben wir in dieser Saison mit der Verpflichtung des Trainerduos Daniela Diaz und Monika Leuenberger – beides ehemalige Nationalspielerinnen – einen riesigen Sprung gemacht. Sie verdienen ein grosses Kompliment, denn die Aufgabe war nicht einfach nach dem Umbruch im Sommer, als wir etwa neun Spielerinnen verloren. Aber wenn zwei so ausgewiesene Persönlichkeiten etwas sagen, glauben das die Spielerinnen. Die Frauen sind in der Nachwuchs AG untergebracht. Welcher Anteil des Budgets fällt ihnen zu? Das kann ich nicht direkt sagen, weil wir kein Spartenbudget haben. Insgesamt gibt es rund 35 Mannschaften, zwei davon sind Frauenteams. Man müsste den Vergleich von Mannschaft zu Mannschaft ziehen. Auf welchen Betrag käme man dann? Das Budget der Nachwuchs AG beläuft sich auf rund 3 Millionen Franken, da lässt sich ausrechnen, wie viel eine Mannschaft im Schnitt kostet, wobei die Elite-Junioren mit den Profitrainern natürlich teurer sind. Ich würde sagen, die LKA-Frauen haben ein Budget von 50 000 Franken plus. Werden nun Prämien fällig? Nein, das gibt es auch bei den Junioren nicht. Was bringt der Meistertitel dem Frauenhockey in der Region? Es ist sicher gute Werbung für den Hockeyplatz Zürich, zumal die WM im April im Hallenstadion und in Winterthur stattfindet. Das wird eine Gelegenheit, Frauenhockey einem breiteren Publikum näherzubringen. Peter Zahner.

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