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Hoffnung für Lindauer Laden

Der Trägerverein hat beschlossen, den Lindauer Dorfladen zu schliessen. Ein neuer Vorstand hat nun anders entschieden und nimmt einen neuen Anlauf.

Von Thomas Bacher Lindau – Eigentlich hätte der Dorfladen in Lindau Ende Jahr liquidiert werden sollen. Dies hatte die Generalversammlung des Vereins Dorfladen im Oktober beschlossen. Jetzt will es ein neuer Vorstand aber nochmals wissen. Schon beim Eintreten riecht es im kleinen Geschäft nach Kaffee und frischem Brot. Ladenleiterin Dora Wälchli kennt jeden Kunden persönlich. «Es wäre traurig, wenn der Dorfladen schliessen müsste, damit würde ein wichtiger Treffpunkt wegfallen», sagt Wälchli und deutet auf die Ecke mit der Kaffeemaschine und den zwei Stehtischen. Dort nehmen Handwerker gerne ihren Znüni ein, und Mütter halten nach dem Posten einen kleinen Schwatz. Lange Zeit sah es tatsächlich schlecht aus für das kleine Lebensmittelgeschäft. Die Generalversammlung griff deshalb zur letzten Massnahme und wollte die Ladentür für immer schliessen lassen. Einer der Gründe dafür war, dass für den langjährigen Vereinspräsidenten Bruno Meier kein Nachfolger gefunden worden war. Auch für die übrigen vakanten Ämter hatte sich niemand zur Verfügung gestellt. Neue Personen für den Vorstand Ein weiteres Problem war das Ladenlokal. Denn der Eigentümer der Liegenschaft hatte Eigenbedarf für die Räumlichkeiten angemeldet. Doch mittlerweile haben sich drei Personen für den Vereinsvorstand zur Verfügung gestellt; der Ordnung halber muss sie die ausserordentliche Generalversammlung am 11.?Januar noch wählen. Einer der Freiwilligen ist Ulrich Isler, der das Amt des Vizepräsidenten ausüben möchte. Er ist sich bewusst: Wenn der Vermieter den Vertrag kündigt, bleibt den Betreibern des Ladens maximal ein halbes Jahr Zeit, um eine andere Lösung zu finden. Favorisiert hatte das Dorfladen-Team eine Zusammenarbeit mit der Post. Erste Gespräche seien diesbezüglich bereits geführt worden. So war angedacht, dass der Dorfladen in die Räumlichkeiten der Post umziehen könnte, die sich ein paar Meter weiter auf der anderen Strassenseite befindet. Die Post hätte in dem Fall als sogenannte Post-Agentur im Dorfladen mit einem Kernangebot weiter bestanden. Abgesehen vom guten Standort erhoffte man sich dadurch mehr Laufkundschaft, eine um die Hälfte grössere Ladenfläche, längere Öffnungszeiten und damit unter dem Strich wieder ein ausgeglichenes finanzielles Resultat anstelle des aktuell ständig sinkenden Umsatzes. Doch diese Hoffnung hat sich gestern zerschlagen. Laut Isler habe der Vermieter des Postlokals mitgeteilt, dass er keinen Dorfladen in seiner Liegenschaft wolle. Somit rückt eine Lösung mit einer Verkaufsbaracke oder einem Container in den Vordergrund. Im Hinterkopf behalten die Verantwortlichen auch einen Ausbau des alten Feuerwehrlokals. Isler ist zuversichtlich, dass der neue Vorstand einen Ausweg findet, zumal der Gemeinderat den Dorfladen nach wie vor unterstütze. So stünden der jährliche Beitrag von 10 000 Franken und die zusätzlichen 5000 Franken Defizitgarantie derzeit nicht zur Debatte. Leiterin ist auch Präsidentin Er wolle die Arbeit der Vorgänger keinesfalls schlechtmachen, hält Isler fest. Doch mit Ladenleiterin Dora Wälchli im Boot sei man künftig sicher näher an den Bedürfnissen der Kunden. Dass sich Wälchli als Präsidentin zur Verfügung stellt, birgt für ihn kein Problem. Der Interessenkonflikt werde umgangen, indem sie bei Personal- oder Lohnfragen in den Ausstand trete. Wälchli bestätigt ihrerseits die sinkenden Umsätze. Im Oktober waren es zum Beispiel knapp 39 000 Franken im Vergleich zu den 47 000 Franken im Jahr zuvor. Das hänge aber nicht zuletzt mit den eingeschränkten Öffnungszeiten zusammen, die man im Sommer eingeführt habe. Mittlerweile hätten sich die Kunden jedoch daran gewöhnt.

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