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Hitzewelle: Des einen Freud, des andern Leid

Während das schöne Sommerwetter die Kassen der Freibadbetreiber klingeln lässt, setzen die hohen Temperaturen der letzten Wochen den Bewohnern in Altersheimen zu.

Von Alexander Lanner Unterland – Nach den Regenfällen vom Montagabend konnte gestern seit langem wieder etwas durchgeatmet werden. Ein Mix aus Sonne und Wolken bestimmte das Wetter. Die Quecksilbersäule stieg in Bülach am Nachmittag «nur» auf 27 Grad. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit von über 50 Prozent war von einer richtigen Abkühlung aber kaum etwas zu spüren. Besserung ist ebenfalls nicht Sicht. Für heute sehen die Meteorologen Temperaturen bis zu 35 Grad voraus, am Abend ist wieder mit Gewittern zu rechnen. Glücklich stimmen diese Aussichten die Freibadbetreiber. Vera Steinmann von den Sportanlagen AG Wallisellen kann sogar ein Rekordergebnis für das Water World Wallisellen vermelden: «Mit 10 500 Eintritten allein in der letzten Woche haben wir eine neue Bestmarke erreicht.» Seit 2005 hat die Badi in der Glattal-Gemeinde keine derart hohe Wochenzahl mehr verbucht. Profitiert haben auch die Walliseller Schüler. «Viele Sportlehrer haben ihren Unterricht aus der Turnhalle ins Freibad verlegt», ist Steinmann aufgefallen. Auch sei festzustellen gewesen, dass einige Schulklassen aus den heissen Klassenzimmern in die Badi geflüchtet sind. So kurz vor den Sommerferien, wenn die Zeugnisse schon geschrieben sind, sei das für Schüler und Lehrer eine wohlverdiente Abwechslung. Mehr Tee im Altersheim Mehr zu leiden haben die Bewohner des Altersheims Im Grampen in Bülach. «Nicht nur den Bewohnern, auch dem Personal macht die Hitze zu schaffen», stellt Nerim Daki, stellvertretender Pflegedienstleiter, klar. Am Morgen werde Tee ausgeschenkt, am Nachmittag noch mal eine zusätzliche Runde durch die Zimmer gemacht. Bei Bedarf bereite man für die Bewohner auch ein Fussbad zur Abkühlung. Die Rollläden müssten an solch heissen Tagen geschlossen bleiben. «Bislang hat aber noch niemand wegen der hohen Temperaturen über gesundheitliche Probleme geklagt», sagt Daki weiter. Auch im Spital Bülach kann man vorerst Entwarnung geben. Wie der Informationsverantwortliche des Spitals, Tobias Faes, auf Anfrage erklärt, seien alle Stationen zwar sehr gut belegt. «Einen direkten Zusammenhang zu der anhaltenden Hitzeperiode können wir aber nicht feststellen», so Faes. Sprinkleranlage für Kühe Thomas Rinderknecht züchtet in Wallisellen Kälber, Rinder und Kühe. Der Jungbauer weiss, dass seine Tiere bei diesen Temperaturen eine Abkühlung nötig haben. «Letzte Woche musste ich die Sprinkleranlage über Mittag jeweils ein bis zwei Stunden in Betrieb nehmen», so Rinderknecht. Tagsüber bringt er die Rinder jeweils in den Stall, damit sie nicht unnötig der brütenden Hitze ausgesetzt sind. Erst gegen Abend, wenn sich die Luft wieder etwas abgekühlt hat, kann das Vieh ins Freie gelassen werden. So schlimm wie für die Milchbauern, die wegen der Hitzewelle über mangelnde Erträge klagen, ist es für Rinderknecht nicht. Wenn es heiss ist, isst eine Kuh nicht so viel und gibt weniger Milch. Rinderknechts Tiere werden gegessen. Das Fleisch muss erst nach dem Schlachten konstant gekühlt werden. Auch die Kühe von Thomas Rinderknecht geniessen den Schatten spendenden Stall. Foto: Christoph Kaminski

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