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Hier zieren die schönsten Zitzen die prächtigsten Euter

Für die Viehschau striegeln und waschen Walter und Claudia Frei aus Thalwil fünf ihrer Kühe; ihre schönste gewann letztes Jahr den Publikumspreis.

Von Nicole Trossmann Thalwil – Während Walter Frei die Kuh mit dem Hochdruckreiniger vorsichtig abspritzt, frisst diese unbeeindruckt weiter. Eine andere muht; es klingt laut im niederen Stall. Frei wäscht weiter, gleitet mit dem Wasserstrahl langsam über Leib und Beine. Allmählich löst sich der Dreck, und schön glänzendes Fell kommt zum Vorschein. Der Thalwiler striegelt die Kuh, bürstet den Schwanz und betrachtet dann zufrieden sein Werk. «Manche Landwirte sind richtig vergiftet; sie cremen das Tier mit Fett ein, rasieren es oder nutzen Spray für die Haare», erzählt Frei lachend. «Einige flechten die Schwanzhaare gar zu einem Zopf», wirft seine Frau Claudia ein. Für Freis zeigen sich dieses Jahr Strela, Melka, Dima, Vereina und Brüni an der Viehschau in Rüschlikon von ihrer besten Seite. Walter Freis heimliche Favoritin dieses Jahr? Er überlegt hin und her, wägt ab, und sagt schliesslich: «Wenn eine gewinnt, dann Strela.» Tag und Nacht am Kochen Während sich Walter Frei mehrheitlich um die Kühe kümmert, arbeitet seine Frau Claudia für den Bauernmarkt an der Viehschau. «Seit einer Woche koche und backe ich Tag und Nacht», sagt die Bäuerin. Sie kochte Birnenkonfitüre ein, solche mit Brombeeren, Äpfeln oder Holunder, sie presste Most und legte massenweise Zucchetti in Curry-Essig ein. Als besonders leckerer Geheimtipp gilt ihre mexikanische Salsasauce. Die sympathischste Kuh Der Viehzuchtverein Thalwil und Umgebung lädt heuer zur vierten Viehschau mit Bauernmarkt. An der diesjährigen werden Bauernfamilien aus Thalwil, Rüschlikon, Kilchberg, Gattikon, Adliswil und Zürich teilnehmen. Sie putzen total 70 Kühe heraus, die etwa um den Titel der Miss Thalwil oder Miss Protein kämpfen. Dabei bewertet ein Experte in nicht weniger als zwölf Kategorien unter anderem die Form der Kühe, die Euter und Zitzen. Schon im letzten Jahr gewannen Walter und Claudia Frei mit Dima eine Glocke: Die Kuh wurde zum Tier mit dem schönsten Euter gekürt; im Jahr zuvor gewann Strela, anscheinend eine besonders sympathische Kuh, den Publikumspreis. An der Viehschau hat auch das Publikum die Möglichkeit, einen Preis zu gewinnen: beim Melken. Gemolken wird Wasser, nicht Milch; von einer künstlichen Kuh. Claudia Frei lacht. «So lernt auch mal ein Städter, wie man richtig melkt.» Viehschau heute Samstag, 2. Oktober, im Vorderen Längimoos, Rüschlikon. Von 9 bis 16 Uhr. Mit Hochdruck: Bauer Walter Frei putzt seine Kühe für die Viehschau heraus. Foto: Patrick Gutenberg

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