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HELLE HÖLLE

Hell von Christoph SChneider Science-Fiction In diesem Film des Baslers Tim Fehlbaum tobt sich eine apokalyptische Fantasie sehr konsequent aus. Wir befinden uns in einer Zeit, die wir vielleicht noch erleben werden, irgendwo in einem Deutschland, das zur Wüstenei geworden ist unter einer Sonne, die giftig und hell durch gelben Staub strahlt. Nichts grünt; durch die versengte Dürre quälen sich in einem klapprigen Wagen drei junge Menschen auf der Suche nach Wasser und Benzin, und man könnte das nicht einmal mehr ein Hundeleben nennen, weil kein Hund den Klimawandel überlebt hat. Da entwickeln sich Dramen von Freundschaft und Eigennutz, Mut und Feigheit. Und das Naturprinzip vom Fressen und Gefressenwerden ist etwas, das unter solch überhitzten Umständen auch zivilisatorisch wirksam wird und bei der wörtlichen Bedeutung genommen werden muss. Auf dem erzählerischen Höhepunkt konkretisiert es sich in einem Eintopf. Vertraute Inhaltsmuster. Die Zivilisation ist im Kino ja schon oft verödet, und die Vernunft ist auch einige Male ins Kannibalische abgeirrt. Aber atmosphärisch ist «Hell» quasi von endzeitlicher Frische, erstaunlich dicht und unepigonal. Eine hervorragende Besetzung sorgt für Intensität: Hannah Herzsprung beispielsweise in ihrer sanften Resolutheit &endash oder Angela Winkler, mit beiden Füssen auf dem Boden ihres Wahnsinns. In den Dreckfarben der Zukunftswelt und ihrer Figuren steckt Originalität. Wir unterstellen: Auch wenn dem 28-jährigen Debütanten Tim Fehlbaum der Untergangsroutinier Roland Emmerich beratend zur Seite stand: Hier wurde höchstens etwas Eigenständigem ein wenig auf den Weg geholfen. Obwohl Emmerichs Rat, wer im Film die Welt in Asche und Staub legen wolle, solle die grosse Windmaschine nehmen, gewiss Gold wert war. Apokalypse in Deutschland: Zwei Endzeitbeduinen machen sich auf zum Überlebenskampf.

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