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Heiri Guggenbühl zum Gedenken

Uerikon. - Am Sonntag ist Heiri Guggenbühl in seinem Haus an der Obere Mattstrasse in Uerikon gestorben. Guggenbühl, Jahrgang 1920, war ein Freund der Heimat. Sein Augenmerk galt insbesondere der Sprache, dem Zürcher Dialekt. So achtete er etwa genau darauf, ob in den Medien der Zürichsee-rechtsufrige Hausberg Pfannenstiel oder, in seien Augen korrekt, Pfannenstil genannt wurde. Vielen ist Guggenbühls Stimme in Erinnerung, weil er viele Jahre lang auf launige Art und Weise für das Fernsehen das Sechseläuten begleitet hat.

Sein Bewusstsein für die Schweiz und deren Geschichte brachte Guggenbühl auch als Gründungspräsident der Ostschweizer Fördergesellschaft der Stiftung Ballenberg ein, die das bekannte Freilichtmuseum betreibt. Zudem war er einer der Väter der Aktion Aktivdienst (AA), die Ende der Neunzigerjahre Gegensteuer gab, als in der öffentlichen Diskussion die Rolle der Armee im Zweiten Weltkrieg relativiert wurde.

Der Feldweibel General Guisans

Guggenbühl war in jener schwierigen Kriegszeit nahe am Weltgeschehen gewesen. Im Range eines Feldweibels diente er im persönlichen Stab von General Guisan. Im Jahr 2005 empfing der Ueriker zu Hause den Journalisten, der aus Anlass des 60. Jahrestags des Kriegsendes ein Porträt über ihn schrieb. Das Gespräch fand an einem Tisch im Garten statt, auf dem ein alter Schweizer Militärhelm und einer der deutschen Wehrmacht aus der guggenbühlschen Helmsammlung zu bewundern waren.

Ein Ewiggestriger war Guggenbühl allerdings nicht. So trat er 1999 aus der Aktion Aktivdienst aus, weil deren Präsident, Divisionär a D Hans Wächter, ihn gemassregelt hatte. Der Grund dafür: Guggenbühl hatte in einem Flugblatt auch negative Aspekte der Kriegszeit angesprochen. Zudem hatte der Ueriker Aktivdienstler den Eindruck gewonnen, Wächter missbrauche die AA für seinen persönlichen Kampf gegen die Armeereform XXI. Guggenbühl war aber der Meinung, eine kleinere Armee sei wertvoller als eine riesige und daher unbewegliche.

Die Abdankungsfeier für Heiri Guggenbühl findet am Mittwoch, 23. September, um 14 Uhr in der reformierten Kirche Stäfa statt. (rab)

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