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Greis, aber oho

Kolumne Beatrice Gerwig Die Vergreisung der Goldküste ist in einigen Blättern ein Dauerbrenner. Bloss: Wann beginnt eigentlich das Greisenalter: mit 75, 80 oder 90 Jahren? Oder hat man statt auf die Jahre auf Gebrechlichkeit und Anzeichen des Verfalls zu achten? Oder vielleicht auch auf einen Rauschebart à la Wilhelm Busch, Leo Tolstoi und Miraculix? Mich irritiert ein Zeitungsbericht mit dem Titel «Greiser Dieb auf der Seestrasse gejagt». Dieser kriminelle, als «Greis» titulierte Mann ist 76 Jahre alt – aus meiner Sicht ein rüstiger Rentner. In 10 Jahren müssen wir die Zeckenimpfung auffrischen – so lang wirke sie, sagt die Arztgehilfin, während sie die Spritze aus meinem Oberarm zieht. Dannzumal wäre ich in der Optik der jüngeren Generation auch eine Greisin. Ob ich dann den Weg zur Arztpraxis noch aus eigener Kraft schaffen werde? Meine Zukunftsgedanken werden unterbrochen von meinem Lebensgefährten, seinerseits dem «Greisenalter» bedenklich nahe, der mich zu einer Fahrt mit seinem Scooter einlädt. Ich stülpe mir den Töffhelm über und lasse mich auf den Pfannenstiel chauffieren. Gut, ich mag mich ja im Moment noch munter fühlen, gar nicht anders als früher. Doch die Enkelkinder betrachten uns als uralt. Doch das hat den 7-jährigen Julian nicht davon abgehalten, im Strandbad von mir einen Köpfler vom Einmeterbrett zu verlangen. Den Sprung vom Dreimeter haben wir uns fürs nächste Jahr aufgespart. Auch Fast-Greise haben Perspektiven. Beatrice Gerwig ist freie Mitarbeiterin des TA. Sie lebt in Erlenbach.

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