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Gratwanderung zwischen Tradition und Öffnung

Die Frage, in welchem Masse Schwinger Werbung machen dürfen, erhitzt in der Szene immer wieder die Gemüter.

Vor dem Schwingfest in 9 Tagen Von Urs Huwyler Die Bussen (500 Franken) für die vier Spitzenschwinger Jörg Abderhalden, Nöldi Forrer, Christian Stucki und Stefan Burkhalter wegen einer durch den eidgenössischen Verband nicht bewilligten Werbekampagne sorgten unter den Freunden des urchigen Nationalsports für Diskussionen. Im kürzlich angepassten Reglement steht ausserdem, dass zehn Prozent der Einnahmen zugunsten der Nachwuchsförderung abzugeben sind. Darüber lassen die Spitzenschwinger durchaus mit sich reden. «Aber die Frage stellt sich, wann es sich um eine Kampagne handelt», sagen stellvertretend Nöldi Forrer und Stefan Burkhalter. Ohnehin sind von diesen Fragen nur die ganz bösen des Sports betroffen. Im Restaurant Sternen in Winterthur beim zweifachen Schwingerkönig Karl Meli erhitzen die ausgesprochenen Bussen die Gemüter der Vollblutschwinger immer noch. Auch die grundsätzlichen Gegner einer Öffnung sind in der Runde vertreten. Es handle sich beim ganzen Sponsoring um einen unüberlegten Schnellschuss, sagen sie. Sie finden, die Werbemöglichkeiten der Athleten müssten wieder beschränkt werden. Das Schwingen müsse ein reiner Amateursport bleiben. Die herumgebotenen sechsstelligen Summen, die heute zu verdienen seien, entsprechen aber nicht der Realität. «Schön wärs», sagen die Athleten dazu. Wer als Titelanwärter für ein Logo auf der Kleidung durchschnittlich 10 000 und total 40 000 Franken erhält, gehört schon zu den Topverdienern. Werbefreie Arena Einig sind sich im Winterthurer Sternen aber alle, dass für immer und ewig in der Arena und auf den Schwinghosen keine Werbung betrieben werden darf. Viele Spitzenschwinger, die zu Hause nicht Jodel- und Alphornlieder hören, vertreten die gleiche Ansicht. Die Tradition soll erhalten bleiben. Es gibt eine grosse Ausnahme: Die Haupt- und Co-Sponsoren sowie die Spender der Lebendpreise werden an den Festen über Lautsprecher genannt und beklatscht. Eine bessere Plattform gibt es kaum. Der Spender von Muni Arnold lässt sich den Auftritt in Frauenfeld 100 000 Franken plus den Vierbeiner kosten. Das Gelände ausserhalb der Arena wird beim Eidgenössischen jedoch mit Werbung zugepflastert sein. Man vergisst beim Thema «Schwingen und Werbung» oft, dass die Aktiven auf ihren Kleidern zusätzlich zu den Logos der Verbands- und Klubsponsoren (90 cm2) individuelle Logos anbringen dürfen. Erlaubt ist da ebenfalls eine Fläche von 90 cm2 inklusive eines Rucksacks. Dazu kommen 30 cm2 auf der Kopfbedeckung. Im Gegensatz zu andern Sportarten müssen die Athleten dafür keine Abgabe entrichten. Was einer durchaus liberalen Praxis entspricht. «Es gibt Schwinger, die zwar jammern, aber die Möglichkeiten nicht ausnützen oder sich unter ihrem Wert verkaufen», sagte der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden schon letztes Jahr. Plakate ohne Sponsoren Probleme bereitet das aktuelle Reglement den Veranstaltern von Festen aller Art. Ein Punkt besagt, dass auf Plakaten und Festführern von Kranzfesten neben einem Sujet (Foto) nur das Logo des veranstaltenden Verbands und des OK aufgeführt werden darf. Die Sponsoren werden damit von den Publikationen verbannt. Einzig auf Flyern und in Inseraten dürfen 30 Prozent der Fläche für das Sponsoring verwendet werden. Veranstalter befürchten, dass die Sponsoringeinnahmen sinken werden. Walter Schiess, der Präsident der Werbekommission, mag sich zu den Diskussionen nicht äussern. Für ihn ist klar: «Es gibt ein Reglement, das von den Abgeordneten abgesegnet wurde, und dieses gilt es umzusetzen. Sollte es irgendwann geändert werden, ergäbe sich eine neue Ausgangslage. Aber jetzt sind die Bedingungen klar.» «Es gibt Schwinger, die zwar jammern, aber die Möglichkeiten nicht ausnützen oder sich unter Wert verkaufen .» Jörg Abderhalden Dies ist der Artikeltext. Er wiederholt sich jetzt mehrfach. Ein Weiterlesen ist nicht erforderlich

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