Zum Hauptinhalt springen

«Gloors Strafregisterauszug war ziemlich blank»

Beim Rennverein Zürich ist man nach Gloors Verhaftung sehr besorgt, aber nicht schockiert. Klar ist bloss: Die grosse Sanierung gibts nicht.

Der Rennverein Zürich Von Ruedi Baumann Dielsdorf – Auf der Website des Rennvereins Zürich sind noch jetzt die Interviews mit Martin Gloor aufgeschaltet. Darin schwärmt er vom «Vorzeigeverein» und von einer 20 Millionen teuren Sanierung der Rennbahn in Dielsdorf zum «Leuchtturm im Schweizer Pferderennsport». Dafür, dass in diesem Leuchtturm nicht das letzte Kerzenlicht ausgeht, kämpfen seit gestern die restlichen Vorstandsmitglieder. «Jetzt braucht es einen Plan B mit den alten Strukturen und den alten Sponsoren», sagt Vizepräsident und Finanzchef Hans-Peter Ess. Für Freitag wäre die Orientierung des Vorstands durch Gloor traktandiert. Thema: Renovation und Umbau. Als Erstes hätte Gloor eine Allwetterbahn bauen und Sanierungen an der Tribüne vornehmen wollen. Ein Baugesuch ist noch nicht eingereicht. «Nun müssen wir uns wohl auf das Allernotwendigste beschränken», sagt Ess. Das Positive am Verzicht auf den grossen Wurf: Die Parkrennbahn muss für 2012 nicht wie vorgesehen geschlossen bleiben und kann für die wichtigsten Rennen wieder eröffnet werden. «Finanziell macht es keinen Sinn, wenn nun alles stillsteht», sagt Ess. Vizepräsident Ess will über Gloor nicht schlecht reden. «Ich bin überzeugt, dass er bei uns Präsident wurde aus Liebe zu den Pferden und nicht aus anderen Motiven.» Ess kennt keine Vereinsmitglieder, die durch finanzielle Engagements bei Gloor zu Schaden gekommen sind. Gloor habe vielmehr 800 000 Franken investiert, um einen Teil der Vereinsschulden von 1,5 Millionen Franken abzubauen. Eine weitere Tilgung der Schulden sei durch Verzichtserklärungen erreicht worden. Zum Vorwurf, man hätte wissen müssen, dass Gloor schon mehrfach wegen Betrügereien verurteilt wurde, sagt Ess: «Wir hatten seinen Strafregisterauszug geprüft, der war mit Ausnahme eines Verkehrsdelikts ziemlich blank.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch