Zum Hauptinhalt springen

Für jede Klasse eine Lehrkraft

Der Lehrermangel bereitete Schulpräsidentinnen und Schulleitern Kopfzerbrechen. Im Bezirk Horgen konnten sie aber alle offenen Stellen besetzen.

Von Daniela Haag Bezirk – Der Lehrermangel stellte die Schulverantwortlichen vor grosse Probleme. Nun steht aber fest: Vor jeder Schul- und jeder Kindergartenklasse im Bezirk steht nächste Woche bei Schulbeginn eine Lehrkraft. Gemäss Stellenbörse des Zürcher Volksschulamtes waren die Schulleiter und Schulpräsidentinnen im Bezirk Horgen die Ersten, die alle offenen Stellen besetzen konnten. Ende Juni, kurz vor Ferienbeginn, waren im Bezirk noch 13 Stellen nicht besetzt (der TA berichtete). Einfach war es nicht, auf dem ausgetrockneten Arbeitsmarkt geeignete Lehrpersonen zu rekrutieren. Es gingen praktisch keine Bewerbungen ein. Oft fand sich erst im letzten Moment eine Lösung. «Wir gingen nervös und hektisch in die Sommerferien», sagt Christian Hubatka. Der Schulleiter der Schule Hirzel suchte eine Sek-A-Lehrperson. Er führte Gespräche mit Lehrkräften aus Zürich, der Zentralschweiz, Süddeutschland und Österreich. Die Personen waren aber meist wenig qualifiziert, sagte er. Erst im Laufe der ersten zwei Sommerferienwochen kam eine Anstellung zustande. Die Schule Hirzel stellte eine erfahrene Sekundarlehrerin aus Wädenswil ein, die wieder in den Beruf einsteigt. «Ein Glücksfall», sagt Hubatka. Erleichtert war nicht nur er, sondern auch die Eltern der betroffenen Kinder. Es habe eine Standing Ovation gegeben, als der Hirzler Schulleiter ihnen die Lehrkraft für die 3. Sek habe bekannt geben können. Qualifikation nachholen Nicht für jede vakante Stelle liess sich allerdings eine Lehrkraft finden, welche die dafür benötigte Qualifikation und erforderliche Ausbildung mitbringt. Besonders ausgeprägt ist der Lehrermangel auf der Sekundarstufe und bei den Heilpädagogen. Auch Hubatka wäre bereit gewesen, einen Kompromiss einzugehen, wie er im Juni noch sagte. Er hätte eine Primarlehrperson eingestellt, die an der Oberstufe interessiert ist. Vergleichbar schwierig war die Situation für Caspar Salgo, den Schulleiter in der Schuleinheit Zopf in Adliswil. Er suchte bis vor kurzem noch eine Fachkraft für Integrierte Förderung (IF) auf der Kindergartenstufe. Er konnte die Stelle besetzen, die neue IF-Lehrerin bringt aber die Qualifikation nicht – oder noch nicht – mit. Sie kann die IF-Stelle trotzdem antreten, muss sich aber in den nächsten drei Jahren für die entsprechende Ausbildung anmelden. Caspar Salgo konnte die Stelle intern besetzen. «Ich bin froh um diese Lösung», sagt er. Er habe praktisch keine Bewerbungen erhalten. «Wir mussten die Leute ansprechen.» Das Ziel sei aber schon, dass einst eine ausgebildete Person die IF-Lektionen erteile. Lehrerin aus Deutschland In Langnau waren kurz vor den Ferien noch drei Stellen vakant. Die Schulpräsidentin Dora Murer fand schliesslich Lehrkräfte, hinter denen sie zu 200 Prozent stehe, wie sie sagt. Für eine 4. Klasse engagierte Dora Murer eine junge Lehrerin aus Süddeutschland. Die Schulpräsidentin ist sehr zuversichtlich: Die frisch ausgebildete Lehrerin wolle hier arbeiten und sich auf die hiesige Kultur einstellen. «Anfangs wird sie noch die Unterstützung des Teams brauchen», hält die Schulpräsidentin fest. Dieses sei aber bereit, die Lehrerin zu begleiten und einzuführen. Sieben deutsche Bewerber Bereits im Januar hatten sich zwei deutsche Lehrkräfte in Langnau beworben. Allerdings ergab sich keine Anstellung. Mitte Juni seien plötzlich fünf valable Bewerbungen aus Baden-Württemberg eingetroffen, sagt Murer. Sie sind über die Börse der Bildungsdirektion auf die Stelle aufmerksam geworden. Anfangs sei aber nicht klar gewesen, ob deren Diplome überhaupt anerkannt würden. Schliesslich klappte es mit einer Bewerberin. «Jetzt sind wir gespannt, wie es sich entwickelt», sagt Murer.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch