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Für die Mieter im Pfrunderhaus geht wohl ein Traum zu Ende

Die Nachricht, dass das Pfrunderhaus in Männedorf ein Jugendhaus werden soll, ist für die Mieter hart. Ob sie eine Kündigung akzeptieren werden, lassen sie offen.

Von Jacqueline Surer Männedorf – Die Pfrunderhaabwiese in Männedorf ist ein äusserst idyllisches Plätzchen. Von einer solchen Wohnlage können die meisten nur träumen. Das Haus, das nur wenige Meter vom Seeufer entfernt steht, ist keineswegs ein Luxusobjekt. Wer genauer hinsieht, merkt rasch, dass das Gebäude seine besten Tage längst gesehen hat. Und trotzdem: Wer hier wohnt, darf sich glücklich schätzen. Geht es nach dem Willen des Gemeinderats, wird das Pfrunderhaus nicht mehr lange bewohnt sein: Er will die gemeindeeigene Liegenschaft zu einem Jugendhaus umbauen (TA vom 12. 3.). Für Blanca und Alfred Krämer sind diese Nachrichten hart. Seit 20 Jahren wohnt das Ehepaar in dem Jugendstilhaus aus dem Jahr 1901. «Wenn ich aus dem Fenster schaue, fühle ich mich jedes Mal wie in den Ferien», sagt Blanca Krämer. Aussicht und Lage sind jedoch der einzige Luxus, den das Haus zu bieten hat. Heizen muss das Ehepaar mit Holz. Als sie einzogen, hatten sie noch nicht einmal eine eigene Dusche. Um die Liegenschaft als Jugendhaus zu nutzen, müsste die Gemeinde tief in die Taschen greifen, glaubt Blanca Krämer. «Im Innern müsste fast alles neu gemacht werden. Das kostet schnell eine Million.» Blanca Krämer gibt die Hoffnung nicht auf, dass die Gemeindeversammlung das Projekt im Juni vielleicht doch ablehnt. «Ich kenne viele, die den Kopf schütteln.» Im Haus, das drei Wohneinheiten hat, sind die Krämers heute die letzten fixen Mieter. Die unterste Wohnung steht schon seit längerem leer, diejenige im Dachgeschoss wurde vor kurzem temporär untervermietet. Selbst wenn die Kündigung eines Tages ins Haus flattern sollte, wäre für Blanca Krämer das letzte Wort nicht gesprochen. Sie erwartet, dass ihr die Gemeinde eine ebenso günstige, gute Wohnung als Alternative anbietet. «Sonst werden wir uns wehren.»

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