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Finanzprüfer versenken Erlen-Kredit

Das Zittern um die Zukunft der Sportanlage Erlen in Dielsdorf geht weiter: Die Niederhasler Rechnungsprüfer lehnen den Sanierungskredit ab. Mit der Renovation aber soll der Betriebsverlust sinken – und die Eintrittspreise sollen steigen.

Von Dominique Marty Dielsdorf – Noch 45 Tage, dann ist die Zukunft der Sportanlage Erlen besiegelt. Am 15. Mai befinden die Stimmberechtigten an der Urne über den 16-Millionen-Franken-Sanierungskredit – zum zweiten Mal. Einen ersten Kredit über 22 Millionen Franken haben sie Ende 2009 abgelehnt. Derzeit starten die drei Trägergemeinden Dielsdorf, Niederhasli und Steinmaur mit Informationsveranstaltungen über die Vorlage. Die Gemeinderäte unterstützen die Vorlage, ebenso die Rechnungsprüfungskommissionen von Steinmaur und Dielsdorf. Nur die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission (RPK) von Niederhasli treten als Kritiker auf. Sie lehnen den Kredit ab. Massnahmen, welche die Attraktivität des Bades steigerten, verletzten das Gebot der Sparsamkeit, schreiben sie in ihrem Bericht. Die Massnahmen seien weder notwendig noch dringlich, heisst es weiter. Zudem hätte die Gemeinde Niederhasli, die mit 8 Millionen Franken die Hälfte der Sanierungskosten trage, wenig Nutzen davon, da nur 14 Prozent der Einwohner die «Erlen» besuchten. Von der RPK war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. 13 Millionen brauchts sowieso «Natürlich bin ich enttäuscht vom Entscheid der Rechnungsprüfungskommission Niederhasli», sagt Peter Kunz, Verwaltungsratspräsident der Sportanlage Erlen. Für ihn ist das Argument unverständlich: «Durch die Attraktivitätssteigerung locken wir mehr Leute in die Anlage, und das wird unser Betriebsdefizit verringern – das muss doch auch im Interesse der RPK sein.» Mehr als 1 Million Franken Verlust hat die Sportanlage im letzten Jahr geschrieben. Nach der Sanierung soll das Defizit noch 634 000 Franken betragen – allerdings nur, wenn der Verwaltungsrat die Eintrittspreise anhebt. Eine «moderate, bezahlbare Erhöhung» sei vorgesehen, sagt Kunz. Genauere Zahlen nennt er nicht. Anhand der prognostizierten Einnahmen im Businessplan und aus der Besucherstatistik (gut 160 000 Eintritte im Jahr) lässt sich eine Preiserhöhung von durchschnittlich rund 10 Prozent ableiten. Weil die Stimmbürger das erste Projekt verworfen haben, hat der Verwaltungsrat eine redimensionierte Fassung ausgearbeitet. An unumgänglichen Kosten für dringend notwendige Sanierungsarbeiten am Freibad und an den technischen Installationen im Umfang von 13 Millionen Franken änderte dies nichts. Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung machen somit 3 Millionen Franken aus. Die Niederhasler Rechnungsprüfer zeigen dem Kredit nun schon zum zweiten Mal die rote Karte. Schon 2009 fand die Vorlage für eine 22-Millionen-Sanierung der «Erlen» bei ihnen keine Zustimmung. Damals lehnten die RPK aller drei Gemeinden den Kredit ab. Energiekosten senken Für die Verantwortlichen beginnt nun erneut das Zittern um die Zukunft der Anlage. «Wir bleiben zuversichtlich», sagt Kunz, «doch wir brauchen ein Ja aus allen drei Gemeinden.» Geplant ist, das Hallenbad vollständig zu überdachen (Kosten: 1,4 Millionen Franken). Dies wird die Energiekosten um rund 20 Prozent senken. Eine Röhrenrutsche und Neuerungen im Saunabereich sind vorgesehen (1,3 Millionen Franken). Entstehen sollen ein Wintergarten, ein Dampfbad und Wellness-Duschen. Im Freien möchten die Gemeinden eine Blocksauna und eine Felsendusche realisieren. Das Hallenbad soll künftig überdacht werden – doch der Himmel bleibt durch die Foliendecke sichtbar. Foto: PD

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