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Embracher Naturschutzverein schert aus

Alle Zürcher Naturschutzvereine befürworten eine baldige Schliessung der Jagdschiessanlage Au in Embrach. Nur der Verein vorOrt sieht dafür keinen Grund.

Von Sandra Zrinski Embrach – Der Zürcher Vogelschutz (ZVS)/Birdlife Zürich hat von seinen Delegierten einen klaren Auftrag gefasst: Er soll sich mit politischen und rechtlichen Mitteln dafür einsetzen, dass die Jagdschiessanlage Au in Embrach geschlossen wird. Alle Zürcher Naturschutzvereine, die unter dem Dach des ZVS vereinigt sind, haben sich am Samstag dafür ausgesprochen. Alle, bis auf den Verein aus Embrach und einen weiteren Delegierten. «Wir sind gegen diesen Beschluss, weil bezüglich der Jagdschiessanlage noch alles offen ist», sagt Urs Ley, Vorstandsmitglied des lokalen Vereins. Eine Analyse des kantonalen Amtes für Landschaft und Natur (ALN) hatte ergeben, dass der Boden in der Au wegen des Schiessbetriebs sanierungsbedürftig ist. Drei Stoffe sind problematisch: Kohlenwasserstoffe, Blei und das Halbmetall Antimon. Ein Sanierungsprojekt muss bis 2012 vorliegen, will der Kanton von einer finanziellen Beteiligung des Bundes an der Sanierung profitieren. Und: Der Baurechtsvertrag für die Anlage läuft nur noch bis 2015. Was dann geschieht, ist offen. Der Regierungsrat hat sich in der Vergangenheit dahingehend geäussert, dass man einen alternativen Standort suchen werde. Der Verein Pro Töss-Auen macht seit längerer Zeit mobil gegen die Schiessanlage. Die Naturschutzgruppe Dättlikon hatte nun aber den Antrag gestellt, dass sich der ZVS gegen den Schiessbetrieb engagieren soll. Für den Embracher Naturschutzverein kam dies überraschend. «Unser Vorstand hat sich am Abend vor der Delegiertenversammlung getroffen und ein Nein beschlossen», sagt Markus Michaud, Präsident des Embracher Vereins. «Die Anlage stört nicht und ist vereinbar mit dem Naturschutz», fügt er an. Auch wenn sie in einem Naturschutzgebiet von überkommunaler Bedeutung steht. Naturschützer im Schiessverein Jäger können in der Au mit Zielfernrohr aus 100 Metern Distanz auf Blechhasen schiessen. Zudem können sie sich im Tontaubenschiessen üben. Sie selbst sorgen im Auftrag und mit Vorgaben des Kantons für den Unterhalt der Anlage. Kontrolliert wird dies von Urs Ley, dem Vorstandsmitglied des Embracher Naturschutzvereins. «Wir haben ein sehr gutes Einvernehmen mit den Jägern, und einige sind auch Mitglied im Naturschutzverein», sagt Michaud. Er selbst ist seit 30 Jahren im Schiessverein und seit kurzem Mitglied der Schiessplatzkommission der Gemeinde Embrach. Die Jagdschiessanlage gehört dem Verein Jagdschützengesellschaft Zürich. Vergleichbare Anlagen gibt es im Kanton noch in Meilen und in Pfäffikon. Sie reichen gemäss Aussagen des Kantons nicht aus, um den Bedarf der Jäger abzudecken. Diese müssen seit vergangenem Jahr nämlich alle zwei Jahre eine Schiessprüfung ablegen. Früher betrug der Turnus acht Jahre. «Und sie müssen auch üben können», sagt Frank Kolb, ehemaliger Gemeinderat, Jäger und Mitglied des örtlichen Naturschutzvereins. Er selbst besucht die Anlage vier bis fünf Mal pro Jahr. «Besonders vor der Herbstjagd intensiviere ich das Training.»

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