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Einem Vierbeiner das Fieber zu messen, will geübt sein

In einem Hunde-Nothilfekurs lernten Hundehalter, wie man sich im Notfall richtig verhält.

Lahmen: Plötzliches Lahmen muss vom Tierarzt abgeklärt werden, wenn es über eine längere Zeitspanne anhält. Pfote oder Bein sanft abtasten. Schwellungen mit Kühlkompressen kühlen. Bissverletzung: Sofort desinfizieren, jedoch nicht mit Puder oder Salben. Die Wunde mit einer beschichteten Folie oder einer feuchten sterilen Gaze abdecken und mit einem Verband fixieren. Magendrehung: Magendrehungen müssen sofort operiert werden. Anzeichen sind ein aufgeblähter Bauch, Unruhe, erfolglose Erbrechversuche, starker Speichelfluss und Atemnot. Überhitzung/Hitzschlag: Der Hund hat nur wenige Schweissdrüsen. Er kühlt sich durch Hecheln. In überhitzten Räumen kann seine Körpertemperatur stark ansteigen. Um einen Schock zu vermeiden, nach und nach zuerst die Gliedmassen, dann den Bauchbereich und anschliessend Brustbereich und Kopf mit nassen, kalten Tüchern kühlen. Später den Hund mit fliessendem Wasser abspritzen, bis seine Körpertemperatur 39 Grad erreicht. Einen Tierarzt aufsuchen. (jes) Von Jennifer Steiner Wetzikon – Bei einem Unfall kann fachkundiges Eingreifen Leben retten – auch Hundeleben. In Hunde-Nothilfekursen können Hundehalter genau dies lernen. So spazierten am letzten Samstag sieben kerngesunde Hunde mit Augen- und Pfotenverbänden munter durch den Seminarraum der Berufsschule. Ihre Besitzerinnen studierten Hunde-Anatomie und alle erdenklichen Notfallszenarien, massen Puls und Herzschlag ihres Vierbeiners. Starke Emotionen «Gerade wenn der eigene Hund verunfallt, ist man emotional extrem gefordert», weiss Kursleiterin Priska Pola. «Im Kurs geht es darum, den richtigen Umgang mit dem verletzten Hund zu lernen und ihm die Zeit bis zum Tierarzt zu erleichtern.» Die eintägigen Kurse stossen gemäss Pola auf grosses Interesse bei Hundehaltern. In Wetzikon führte die Tierheilpraktikerin, die auch regelmässig für die Tierrettung im Einsatz ist, bereits den dritten Hunde-Nothilfekurs durch. Dabei steht mehr als bloss Nothilfe auf dem Programm: Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über Anatomie und Vitalfunktionen ihres Vierbeiners, lernen richtiges Verhalten bei Verletzungen, Allergien, Schock und Hitzestau. «Es ist wichtig, dass sich der Hund an Puls- und Temperaturmessen, Augen- und Ohrenkontrollen gewöhnt», sagt Britta München. Sie verpasst ihrem Labradormischling Piet soeben einen Augenverband. Piet scheint den Sinn nicht ganz einzusehen. Trotzdem hält der Hund geduldig still. «Ich war mit meinen Hunden schon einige Male in einer Notsituation», erzählt Denise Almer, die gemeinsam mit ihrer Mutter Käthy und Border Collie Galen am Kurs teilnimmt. «Vieles macht man zwar instinktiv richtig, doch der Kurs kann einem zu mehr Ruhe und Sicherheit verhelfen.» Der Kurs kostet 190 Franken und beinhaltet auch die Kursunterlagen. Am 18. September findet in Wetzikon ein weiterer Hunde-Nothilfekurs statt. www.tierseminar.ch

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