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Eine schwimmende Baustelle

Der abgebrochene Leitpfahl der Meilemer Fähranlegestelle wurde gestern wieder in Position gebracht. Ein kompliziertes Unterfangen auf wackliger Unterlage.

Von Patrik Berger Meilen – Frühmorgens machte sich gestern ein Dutzend Arbeiter einer spezialisierten Wasserbaufirma in Meilen an die Arbeit. Ihr Auftrag: Den vom Sturm in Mitleidenschaft gezogenen, 40 Meter langen Leitpfahl wieder aufzurichten (TA von gestern). Routinearbeit ist das nicht. Schon gar nicht, wenn nur zwei Meter daneben im 7½-Minuten-Takt immer wieder Fähren an- und ablegen. Lastwagen fahren tonnenweise Material an den See. Blaue Schwimmkörper werden im Wasser verbunden. Auf einem der Flosse steht ein Bagger. Mit starken Motorbooten werden die Pontons in Position gebracht, bis man vom Pfahl, der das seitliche Abdriften der Fähren beim Andocken verhindert, nichts mehr sieht. Dann steigen Taucher ins Wasser. Sie befestigen den 30 Tonnen schweren Leitpfahl mit Stahlseilen. Mittels zweier Winden wird er Zentimeter um Zentimeter angehoben. Ziel ist es, den Pfahl millimetergenau auf die Bruchstelle zu setzen und provisorisch zu fixieren. Pfahl bekommt einen «Gips» Sobald es die Sichtverhältnisse unter Wasser erlauben, wolle man die Bruchstelle genauer untersuchen, sagt Adrian Hauser, Werkstattchef der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG. Mit zwei Halbschalen aus Stahl, die man wie einen Gips um die Bruchstelle legt und verschraubt, wolle man den Pfahl reparieren. Zudem müsse man schauen, was man optimieren könne, damit sich Ähnliches nicht wiederhole. Schon 2008 ist während eines Sturms ein Pfahl angebrochen. Der Schaden konnte innerhalb von zwei Tagen behoben werden. Weil in Meilen derzeit nur noch eine Anlegestelle angesteuert werden kann, sind vier statt der üblichen fünf Fähren im Einsatz. Diese Kapazitätsverringerung bereitete Hans Isler, Geschäftsführer der Fähre, Kopfzerbrechen. Mit dem Verlauf des gestrigen Tages ist er aber zufrieden: «Die Wartezeiten hielten sich in Grenzen.» Das Beladekonzept – Fährenpersonal sorgt dafür, dass die Autos dicht aufschliessen – habe sich bewährt. «Zudem haben wir Glück, dass viele Pendler schon Ferien haben», sagt Isler. Spätestens bis zum Street-Parade-Wochenende im August sollen wieder beide Anlegestellen in Betrieb sein. Isler rechnet mit Kosten von bis zu 100 000 Franken. In Meilen wird ein gewaltiger Aufwand betrieben, um den abgeknickten Leitpfahl wieder aufzurichten. Foto: Sabine Rock

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