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Ein Restaurant in den Wolken

Oben auf dem Prime Tower, in 126 Metern Höhe, kann ab Montag im Restaurant «Clouds» geschlemmt werden.

Von Benno Gasser Zürich – Im neuen Restaurant des Prime Tower denkt man unweigerlich an Liedermacher Reinhard Mey: «Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.» Sinnigerweise heisst das Lokal auf der obersten, 35. Etage nicht nur «Clouds» (Wolken). Bei tief liegendem Nebel scheint es auch über der Wolkendecke zu schweben. Gestern bei der Medienkonferenz ist der Himmel über dem 126 Meter hohen Turm zwar bleigrau, doch das Panorama ist auch an einem trüben und regnerischen Tag spektakulär. Die Aussicht vom gläsernen Turm scheint viele anzulocken: «Die Tische im Restaurant sind bis Weihnachten ausgebucht», sagt Jürg Landert. Freitag, der 16. Dezember, war als erster Tag ausgebucht. Landert hat das Gastrokonzept für das Clouds gemeinsam mit Peter Herzog entwickelt. Auf der Speisekarte finden sich zahlreiche mediterrane Gerichte: Iberico-Schweinsnierstück mit Lomit-Wurst, Kartoffelküchlein Trinxat und glasierten jungen Zwiebeln an Sherryessig PX für 48 Franken oder Samfaina-Gemüse-Timbale mit Gewürzcouscous und knuspriger Aubergine für 32 Franken. Für diese Mittelmeerküche verantwortlich zeichnen Antonio Colaianni und David Martinez Salvany. Beide wurden bei ihren früheren Arbeitgebern mit 16 «Gault Millau»-Punkten ausgezeichnet. Martinez war zuvor Chefkoch im Zürcher Restaurant Greulich, Colaianni arbeitete im Il Casale in Wetzikon. Angeboten werden rund 230 verschiedene Weine, die günstigste Flasche kostet 60, die teuerste 700 Franken. Viele Weine sind auch im Offenausschank erhältlich. Das Clouds wolle eine hochklassige Küche anbieten und sei auch ein Restaurant zum Sehen und Gesehenwerden, sagt Landert. Chefkoch mit Sprechfunk Das Clouds ist in vier Bereiche aufgeteilt: ein Restaurant mit 90 Plätzen, eine Bistro-Bar mit 80 Plätzen, eine Lounge mit 50 Plätzen sowie ein Patio mit 40 Plätzen. Zum Gesamtkonzept gehören auch die Konferenzräume im 34. Stock. Raucher müssen nicht den langen Weg nach unten nehmen, sondern können sich in einem abgetrennten Fumoir in der 35. Etage ihre Zigarette anzünden. Reservationen sind nur im Restaurant möglich. In Bar, Bistro und Lounge werden Gäste eingelassen, solange es Platz hat. Über einen separaten Eingang im Parterre gelangt man mit dem Lift direkt ins Restaurant. Die Hauptküche befindet sich auf der 34. Etage, was die ganze Logistik ein wenig erschwert. Der gesamte Ablauf müsse deshalb sehr gut geplant werden, sagt Herzog. Zur Grundausstattung der beiden Chefköche gehören deshalb nicht nur Mützen, sondern auch drahtlose Fernsprecheinrichtungen mit Mikrofonen und Kopfhörern. Damit sind sie direkt mit dem Chef de Service verbunden. Mit zwei grossen Warenliften werden die Speisen in die oberste Etage befördert. 1640 Bewerber haben sich um eine Stelle im Clouds bemüht, 120 wurden genommen. Das Interieur mit seinem Nussbaum- und Akazienparkett, den Muranoglaslampen, Ledersesseln und kreisrunden Stoffsofas wirkt edel, aber nicht protzig. Vom Restaurant und der Bistro-Bar aus gleitet der Blick über die Stadt, den See und die Berge, die Lounge öffnet sich hin zum Limmattal. Die Dachterrasse mit versenkbaren Geländern ist nicht öffentlich und wird laut Landert nur bei Windstille für Gruppen geöffnet werden. Das Clouds ist täglich offen.Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) lobte vor den Medien den Prime Tower als Wahrzeichen von Zürich-West. Er stehe als Symbol für einen Wandel der Stadt, der vor 20 Jahren seinen Anfang genommen habe. Der Tower sei als kristalliner Torso präsent, verschmelze aber auch mit seiner Umgebung, sagte Architektin Annette Gigon, die den Turm gemeinsam mit Mike Guyer entwarf. Markus Graf, Geschäftsführer der Tower-Erbauerin Swiss Prime Site, sprach von einem langen Weg, den man nach mehrjähriger Planung und 3½-jähriger Bauzeit zurückgelegt habe. Mittlerweile sind neben dem Prime Tower auch alle Annex-Bauten und damit 68 700 Quadratmeter Fläche vermietet. Die letzten Büros werden im März bezogen. Mediterrane Küche mit spektakulärer Aussicht auf die Stadt: Das Restaurant Clouds im Prime Tower, dem höchsten Gebäude der Schweiz. Foto: Reto Oeschger Rundgang Bilder und Videos iPhone: Tagi-App auf TA+ Mobile: SMS mit Text Plus an 4488

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