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Ein Abschied mit Superlativen

Alexander Pereira stellte den Spielplan seiner letzten Opernhaus-Saison vor und erfüllt sich noch ein paar Wünsche.

Von Martin Ebel Andreas Homoki, der Nachfolger, hat angekündigt, dass die Zahl der Premieren sinken wird. Alexander Pereira richtet in seiner letzten Spielzeit noch einmal mit der grossen Kelle an: 13 Opern- und 3 Ballettpremieren. Und was für welche! Nein, eine Lame-Duck-Saison wird das gewiss nicht. Pereiras Abschied – zugleich die des Ballettchefs Heinz Spoerli – ist voller programmatischer Höhepunkte. Etliche davon sind «Wünsche, denen ich lange hinterhergejagt bin und die ich mir jetzt endlich erfüllen kann», wie er auf der Medienkonferenz sagte. Pereira war nie einer, der sein Licht unter den Scheffel stellt. Diesmal ist der superlativische Ton berechtigt. Zu den Superlativen gehören ganz sicher die drei «Hämmer» des Spielplans: Hans Pfitzners «Palestrina», Paul Hindemiths «Mathis der Maler» und Borodins «Fürst Igor» (als Koproduktion mit Hamburg). Jedes Stück stellt für sich einen besonderen Kraftakt dar, alle werden extrem selten gespielt. Dazu kommen weitere «Kleinigkeiten» wie Schostakowitschs «Die Nase», die ein grosses Ensemble braucht, und Wagners «Meistersinger» sowie eine Uraufführung: «Die Stadt der Blinden» nach dem Roman des Nobelpreisträgers José Saramago. Der Auftrag an den jungen Komponisten Anno Schreier ist zugleich der Abschluss des Wettbewerbs «Teatro minimo». Kaum bekannte Stücke von Donizetti und die beiden «Otellos» von Verdi und Rossini stehen weiter für einen so reichen wie originellen Spielplan.An grossen Namen fehlt es natürlich nicht. So wird der legendäre Peter Stein «Die Nase» inszenieren, Martin Kušej zwei Farcen von Donizetti, Harry Kupfer die «Meistersinger». Pultstars wie Zubin Mehta, Ingo Metzmacher, Nello Santi und Adam Fischer werden dirigieren, der ebenfalls scheidende Daniele Gatti leitet rund 40 Vorstellungen. Glanz und Gloria auch bei den Sängern: Cecilia Bartoli, Vesselina Kasarova, Thomas Hampson oder Vittorio Grigolo singen regelmässig, Anna Netrebko, Rolando Villazón, Placido Domingo in einzelnen Vorstellungen. Die letzte Aufführung unter Pereiras Verantwortung ist der «Falstaff» am 8. Juli 2012. Er wird sich als Statist einbauen – irgendwie. Die Premieren der Saison 2011/12 2. 9.: «27’52’’/The vertiginous Thrill of Exactitude/Quartett» (Ballett: Jirí Kylián/William Forsythe/Heinz Spoerli)7. 9.: Rossini, «La scala di seta», Theater Winterthur (Zsolt Hamar, Damiano Michieletto)17. 9.: Schostakowitsch, «Die Nase» (Ingo Metzmacher, Peter Stein)24. 9.: Tschaikowski, «Dornröschen» (Ballett: Mats Ek)20. 10.: Verdi, «Otello» (Daniele Gatti, Graham Vick)12. 11.: Schreier, «Die Stadt der Blinden» (UA, Zsolt Hamar, Stephan Müller)10. 12.: Pfitzner, «Palestrina» (Ingo Metzmacher, Jens-Daniel Herzog)27. 12.: Donizetti, «Le convenienze ed inconvenienze teatrali/I pazzi per progetto» (Paolo Carignani, Martin Kušej)22. 1. 2012: Wagner, «Die Meistersinger von Nürnberg» (Daniele Gatti, Harry Kupfer)10. 2.: Rossini, «Otello ossia Il moro di Venezia» (Muhai Tang, Moshe Leiser und Patrice Caurier)4. 3.: Verdi, «Don Carlo» (Zubin Mehta, Sven-Eric Bechtolf) 24. 3.: «Don Juan/Till Eulenspiegel» (Ballett: Heinz Spoerli)15. 4.: Borodin, «Fürst Igor» (Vladimir Fedoseyev, David Pountney)6. 5.: Donizetti, «Poliuto» (SE, Nello Santi, Damiano Michieletto)26. 5.: Mozart, «Die Entführung aus dem Serail» (Adam Fischer, Thomas Langhoff)16. 6.: Hindemith, «Mathis der Maler» (Daniele Gatti, Matthias Hartmann)

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