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Eberhard baut in Rümlang auf eigenes Risiko

Der Flughafen und die Firma Eberhard in Rümlang haben sich geeinigt: Trotz Verbot baut das Unternehmen seine Recycling-Anlage aus.

Von Fahrettin Calislar Rümlang – Die Firma Eberhard baut ihr Baustoffrecycling-Center in Rümlang aus. Dies, obschon das Gebiet unter einem faktischen Bauverbot im Zusammenhang mit der vorgesehenen Pistenverlängerung steht. Das Gesuch wurde vom Bauamt Rümlang publiziert. Diese Entwicklung ist aussergewöhnlich, weil die Firma noch im letzten Sommer mit ihrem Anliegen gemeinsam mit der Gemeinde vor Bundesgericht abgeblitzt war. Zuvor hatte das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Projektierungszone um den Flughafen noch gestützt. Ende 2009 wurde ein anderes, ähnliches Bauvorhaben in Glattbrugg per Gerichtsentscheid verhindert. «Es ist eine abgespeckte Variante des ursprünglichen Projekts», erklärt Firmenchef Heinz Eberhard. Hintergrund des Gesuchs ist die Absicht der Eberhard-Abteilung Ebirec, für das Recycling-Center unter anderem einen neuen Lagerplatz und eine mobile Mischanlage zu erstellen. Das Gebiet befindet sich zwar in einer rechtsgültigen Bauzone. Wegen der Ausbaupläne für die Pisten hat der Flughafen über der Region aber eine Projektierungszone verfügen lassen. Das heisst, dass dort eigentlich nicht mehr gebaut werden darf, bis klar ist, ob die vorgesehene Verlängerung der Flugpisten kommt. So soll vermieden werden, dass Haftungsansprüche auf Kosten der Steuerzahler erhoben werden, beispielsweise für einen allfälligen Abbruch von erstellten Gebäuden. Ausserdem sichert der Flughafen mit der Projektierungszone seinen allfälligen Landbedarf für die Zukunft. Der Aufwand lohnt sich Nach langwierigen Verhandlungen haben sich das Unternehmen und die Betreiberfirma des Flughafens geeinigt. «Der Ausbau geschieht auf eigenes Risiko», sagt Eberhard. Mit ein Grund für den Entscheid ist, dass der Pistenausbau noch nicht beschlossen ist und ein allfälliger Baubeginn mit allen Rechtsmitteln bis zu 15 Jahre dauern kann. Denn mit jedem Jahr, um das sich der Baustart verzögert, kann die Firma die Anlage nutzen und die Kosten abschreiben. «Dann ist ein Rückbau auch zu verschmerzen», erläutert Eberhard. Der Flughafen hält fest, dass im Prinzip nicht gebaut werden darf. Sprecherin Jasmin Bodmer ergänzt aber: «Im Luftfahrtgesetz sind Ausnahmen vorgesehen, wenn der Eigentümer auf jegliche späteren Entschädigungen verzichtet.» Die Abmachung zwischen den beiden Firmen ist vom Bund abgesegnet worden. Der Umweltverträglichkeitsbericht für das Projekt liegt im Bauamt Rümlang auf. Ebirec verarbeitet Bauschutt, der dadurch wieder als Kies oder Beton eingesetzt werden kann. Das sind jährlich rund 400 000 Tonnen Baustoff.

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